Feedback

Feedback - Rückmeldungen geben

Foto: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

Da wir uns nie sicher sein können, wie das, was wir sagen und tun, beim anderen ankommt, hat es sich auch in der Kirchenvorstandsarbeit bewährt, ab und zu ein Feedbackgespräch einzubringen und zu führen.

Oft geben uns schon kleine Bemerkungen, ein Dankeschön oder ein kritischer Blick, Hinweise darauf, wie wir auf andere wirken.

Das Feedback-Gespräch

Bei einem Feedbackgespräch erfahren wir mehr dazu und können unsererseits dem Gegenüber etwas über dessen Wirkung mitteilen. Z.B. „Seid Ihr mit dem heutigen Verlauf der Kirchenvorstandssitzung zufrieden?“

Feedback ist eine Rückmeldung persönlicher Eindrücke. Deshalb kann ein Gruppen-Feedback sehr unterschiedliche Rückmeldungen bringen. Diese sind rein subjektiv, geben aber interessante Informationen, wie unterschiedlich ein und dasselbe Verhalten auf verschiedene Personen wirken kann.

Konstruktive Kritik üben

Feedback sollte sich auf konkrete Situationen und gemeinsame Erfahrungen beziehen, Verallgemeinerungen vermeiden, längst Vergessenes nicht “aufwärmen“ und zeitnah erfolgen.

Beim Feedback kommt häufig auch Kritisches zur Sprache. Es geht in einem solchen Gespräch um die Verbesserung der Zusammenarbeit, um ein gutes Miteinander und gute Resultate des Engagements und nicht um die Be- oder Verurteilung der Person.

Unangenehmes anzuhören ist nicht einfach. Man kann sich das Gehörte erst einmal durch den Kopf gehen lassen. So gewinnt man Zeit, für sich zu klären, welche Schlüsse man ziehen möchte.

Feedbackkultur

Eine Feedbackkultur entsteht, wenn in einem Team wechselseitige Rückmeldungen selbstverständlicher Teil des Miteinanders geworden sind.

Eine solche Kultur wächst durch wechselseitige Akzeptanz und Vertrauen. Man wird vorsichtiger und zurückhaltender sein, wenn man sich noch nicht so gut kennt. Es wird leichter, mit dem Gegenüber offen und ehrlich über die Zusammenarbeit zu sprechen, wenn Vertrauen gewachsen ist.

Durch Feedback bekommt man ein realistischeres Bild von sich selbst und kann auf dieser Basis entscheiden, wie man sich weiter entwickeln möchte.

Sinnvoll Feedback geben

Feedback ist immer subjektiv. Deshalb ist es bei einem solchen Gespräch besonders wichtig, von sich selbst zu sprechen, konkret zu werden und Generalisierungen zu vermeiden.

Klären Sie zu Beginn miteinander den Gesprächsumfang, die Ziele und die konkreten Erwartungen. Eine Möglichkeit, konstruktives Feedback zu üben, ist das „geWIEVte Feedback“. (Siehe Kasten am rechten Rand)

Feedback entgegen nehmen

Hören Sie die Rückmeldungen ruhig an und reagieren Sie nicht sofort. Unter Umständen können Sie das Gehörte auch zusammenfassend wiederholen, um sicher zu gehen, dass Sie alles richtig verstanden haben.

Denken Sie über das Feedback nach und entscheiden Sie sich, was Sie davon annehmen und was Sie unter Umständen zurückweisen.

 

Das “geWIEVte Feedback“

Wenn man jemandem ein Feedback geben möchte, kann man seine Mitteilung folgendermaßen formulieren:

  • W wie Wahrnehmung:
    Was habe ich an meinem Gegenüber beobachtet, gesehen, gehört?
    Wie stellen sich die Situation und das Verhalten meines Gegenübers sachlich
    betrachtet dar?
    „Ich habe gesehen, dass du zum Mikrofon gegriffen und die Ausstellung eröffnet hast. Wir hatten aber doch verabredet, dass das Anton machen soll.“
  • I wie Interpretation:
    Wie erkläre ich mir die Situation und das Verhalten meines Gegenübers?
    „Ich vermute, es hat dir zu lange gedauert, und da hast du es lieber selbst in die Hand genommen.“
  • E wie Empfindung:
    Welche Gefühle haben das Verhalten und die Situation in mir ausgelöst? Wut, Ärger, Enttäuschung, Erstaunen, Entsetzen ...
    „Das hat mich total erstaunt, denn ich fand, Anton hatte das voll im Griff.  Und ich war auch enttäuscht, weil wir darüber doch schon mal gesprochen hatten.“
  • V wie Verhaltenswunsch:
    Wie sollte es besser laufen?
    Was wünsche ich mir?
    „Bei der nächsten Veranstaltung hätte ich es gerne, dass du dich an unsere Verabredungen hältst und deine Bedenken vorher einbringst.“
    Formulieren Sie hier so konkret wie möglich. Wenn ich nicht fordere, sondern einen Wunsch formuliere, gebe ich dem anderen die Chance, ohne Gesichtsverlust darauf eingehen zu können.