Konflikte

Auch unter den ersten Christen gab es Konflikte

Konflikte gehören zum Leben. Schon in den ersten Christengemeinden gab es Auseinandersetzungen. Die Jünger stritten sich um die besseren Plätze im Himmelreich (Markus 10, 36-44) und Paulus und Petrus gerieten über den richtigen Weg der Glaubensverkündigung aneinander (Apostelgeschichte 15).

Konflikte als Chance zu Lebendigkeit und Erneuerung

Das Wort Konflikt hat für viele einen negativen Klang. Sie verbinden damit Belastendes, Unangenehmes oder Erfahrungen, die Angst machen. Deshalb werden Konflikte häufig verschwiegen.

Vielfach wird übersehen, dass Konflikte uns auf Unklarheiten aufmerksam machen und Chancen zu mehr Lebendigkeit und Innovation in sich tragen.

Konfliktebenen

Konflikte sind meistens komplex und äußern sich auf verschiedenen Ebenen: Siehe Kasten rechts am Rand.

Relativ einfach scheint es zu sein, Konflikte auf den ersten beiden Ebenen zu regeln. Eingefahrene Verhaltensweisen, Grundüberzeugungen und Persönlichkeitsmerkmale lassen sich dagegen weniger leicht verändern.

Besonders schwer ist es, wenn man den Eindruck hat, selbst im Recht zu sein und es gerne hätte, dass das Gegenüber sich ändert. Doch die Erfahrung zeigt, dass jede und jeder sich nur selbst ändern kann.

Verquickung der Konfliktebenen

Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass die Konfliktebenen oft miteinander verquickt sind. Durch eine rein sachliche Klärung ist der Konflikt oft noch nicht gelöst.

Wenn beispielsweise zur Konfliktbereinigung auf der Ebene der Arbeitsorganisation eine neue Regelung getroffen wurde, kann der Konflikt dennoch weiter schwelen, weil unterschiedliche Überzeugungen gegeneinander stehen oder einfach die „Chemie nicht stimmt“.

Das Gespräch mit allen Beteiligten suchen

Probleme lösen sich selten von alleine. Günstiger ist es, im Konfliktfall das
Gespräch mit dem oder den Beteiligten zu suchen. Für eine konstruktive Konfliktbearbeitung ist es gut, alle Konfliktebenen anzuschauen und neben den sachlichen Gründen auch auf die Gefühle zu achten, die mit den unterschiedlichen Positionen verbunden sind.

Zeitlich befristete Lösungen suchen

Nicht immer lassen sich Konflikte abschließend lösen. In der Regel ist es aber möglich, eine zeitlich befristete Lösung zu finden oder Verfahren zu vereinbaren, die die weitere Zusammenarbeit an weniger konfliktträchtigen Themen erlaubt.

Die Erfahrung zeigt, dass bei Konflikten langfristig weder „das Nachgeben um des lieben Friedens willen“ noch die Verleugnung oder Unterdrückung erfolgreich sind. Erfolgversprechender sind Kompromisslösungen oder noch besser: die Suche nach einer gemeinsamen neuen Lösung, bei der es keine Gewinner und keine Verlierer gibt

 

Hilfe von außen

Wenn Konflikte eskalieren, ist Hilfe von außen sinnvoll. Unbeteiligte können durch einen unvoreingenommenen Blick und neutrale Gesprächsleitung helfen, die Situation zu entspannen und dem Konflikt die persönliche Schärfe zu nehmen.

In besonders schwierigen Situationen sollte überlegt werden, eine ausgebildete Mediatorin bzw. einen Mediator heranzuziehen.

Netzwerk Mediation

Konfliktebenen

  • Arbeitsorganisation (Räume, Ausstattungen, Arbeitszeiten)
  • Definition von Rollen und Funktionen (Arbeitsaufträge, Zuständigkeiten
    etc.)
  • Verhalten (Leitungsstil, Rollenverständnis)
  • Werte und Normensystem (Leitbilder, Grundüberzeugungen etc.)
  • Persönlichkeit (Charakter, Persönlichkeitsmerkmale etc.)