Regionalisierung

Zentrale Zukunftsfrage

„Regionalisierung“ ist für die einen ein Zauberwort, für die anderen ein Schreckgespenst. In den zurückliegenden Jahren sind in den meisten Bereichen unserer Landeskirche jedoch arbeitsfähige Regionen entstanden.

Für viele Gemeinden und Kirchenkreise ist es eine zentrale Zukunftsfrage, wie die Arbeit in der Region durch verbindliche Kooperation verbessert werden kann.

Neue Formen kirchlicher Arbeit

Nach wie vor begegnet Kirche den meisten Menschen als Ortsgemeinde. Doch die Parochie (Ortsgemeinde) ist nicht die einzig mögliche Gestalt von Kirche. In einer Zeit der Individualisierung und Pluralisierung gewinnen Formen kirchlicher Arbeit an Gewicht, die nicht an die Ortsgemeinde gebunden sind.

Die Chance der Regionalisierung: ein vielfältiges Angebot

Eine große Chance der regionalen Zusammenarbeit liegt in der Chance eines differenzierten kirchlichen Angebots: beispielsweise vielfältige Gottesdienstformen oder Angebote für Senioren mit verschiedenen Schwerpunkten.

In der Vielfalt von Angeboten wird die Vielfalt der Glieder des Leibes Christi sichtbar (vgl. 1. Kor. 12,12 - 31).

Unterschiedliche Schwerpunkte

Die Regionalisierung ermöglicht es, für verschiedene Orte unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen, z. B. Kirchenmusik und Kunst oder Jugendkirche. Die einzelne Gemeinde wird von dem Druck entlastet, ‚alles‘ anbieten zu müssen und es bietet sich die Chance, als Gemeinde ein eigenes Profil zu gewinnen.

Die Form folgt den inhaltlichen Wünschen

„Form follows function“ – dieser Grundsatz der Bauhausarchitektur lässt sich auch auf die Regionalisierung anwenden: Bevor eine formale (Rechts-)Struktur diskutiert wird, sollten die Inhalte der regionalen Zusammenarbeit geklärt werden:

  • Welche gemeinsamen Projekte soll es geben?
  • Welche Schwerpunkte wollen wir setzen?
  • Welche Arbeitsbereiche sollen in parochialer Zuständigkeit bleiben?
  • Für welche Arbeitsbereiche soll es funktionale Arbeitsteilung geben?

Die künftige Gestalt von Kirche in der konkreten Region muss entworfen und gemeinsam verantwortlich gestaltet werden.

Verschiedene Rechtformen der Zusammenarbeit von Kirchengemeinden

Im nächsten Schritt kann dann die Rechtsform einer Zusammenarbeit geklärt werden. Es sind vier verschiedene Formen mit zunehmnder Verbindlichkeit zu unterscheiden.

Verschiedene Formen der Regionalisierung

Regionalisierung ist ein Prozess

Regionalisierung ist ein Prozess. Zu Beginn können gemeinsame Projekte entstehen, die gegenseitiges Kennenlernen fördern und zum Abbau von Ängsten beitragen.

Schrittweise können dann gemeinsame verantwortete Inhalte und Formen vereinbart und gestaltet werden. Gerade bei den ersten Schritten ist externe Moderation oder Beratung hilfreich.

 

Ansprechpartner im Haus kirchlicher Dienste (HkD)

Arbeitsfeld Ehrenamt und Gemeindeleitung

Tel.: 0511 1241-146

global denken – lokal handeln

Gemeindeorientierung und Regionalisierung sind kein Widerspruch. In Anlehnung an den Grundsatz der ökumenischen Bewegung „global denken – lokal handeln“ lässt sich folgende Zielrichtung formulieren:

  • Die wichtigste Handlungsebene bleibt die Kirche „vor Ort“ mit ihrem eigenen Profil.
  • Im Zuge der Regionalisierung wird die Region jedoch zur entscheidenden Planungsebene.
  • Das traditionelle Angebot der Ortsgemeinde wird ergänzt durch gemeinsam verantwortete Schwerpunkte und regionale Angebote.