Arbeit mit Älteren

"Alter(n) hat Zukunft"

Die Arbeit mit älteren Menschen hat in der Kirche seit jeher einen hohen Stellenwert. Der demografische Wandel und die daraus resultierende Alterung der Gesellschaft bedeuten für die Kirche neue Herausforderungen. „Alter(n) hat Zukunft“ – dieses Motto beschreibt Realität und Chancen der Kirchengemeinden. Die Menschen werden nicht nur älter, sie altern auch anders als die Generationen vor ihnen.

Spielräume für neue Erfahrungen und Erlebnisse

Bild: Janko Woltersmann

Die „neue Altengeneration“ ist vielfältig interessiert, mobil, materiell relativ gut gestellt und möchte die nachberufliche Lebensphase aktiv erleben. Ohne berufliche Verpflichtungen eröffnen sich Spielräume für neue Erfahrungen und Erlebnisse. Sie wollen eigenes Wissen und persönliche Fähigkeiten bei der Gestaltung ihres Lebensumfelds einbringen.

Den Blick auf Potenziale und Fähigkeiten richten

Das Bild vom Alter ist in der Kirche bislang überwiegend von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit sowie vom nahen Lebensende bestimmt. Diese Perspektive blendet vielfältige Seiten des Älterwerdens aus. Um die Vielfalt dieses Lebensabschnittes und die damit verbundenen Möglichkeiten zu nutzen, sollte an Stelle einer defizitären und verlustorientierten Sichtweise der Blick auf die Potenziale und Fähigkeiten, die Kenntnisse und den Erfahrungsschatz der älteren Menschen gerichtet werden.

Prüfet alles - das Gute behaltet

Überlegungen zur Neugestaltung und Neuausrichtung der Aktivitäten für und mit älter werdenden Menschen sollten aber die bisherigen Formen der Seniorenarbeit nicht völlig in Frage stellen oder gar beenden.

Der demografische und gesellschaftliche Wandel bietet eine gute Gelegenheit, dieses wichtige Feld kirchengemeindlicher Tätigkeit zu überdenken, bestehende Angebote zu überprüfen und neue Aktivitäten zu entwickeln.

Arbeitsgruppe zur "Arbeit mit Älteren"

Ein Team von interessierten Menschen könnte für einen bestimmten Zeitraum das Projekt „Arbeit mit Älteren“ in Angriff zu nehmen. Neben der Analyse des Bestehenden sollte die Arbeitsgruppe sich mit Fragen des Raumangebots, der personellen und finanziellen Ressourcen, der Vernetzung und Kooperation in der Kommune und mit anderen Einrichtungen sowie mit der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen.

Kirche nur ein Anbieter auf dem Markt

Kirche ist auf dem vielfältigen Markt der Seniorenarbeit heute nur ein Anbieter. In einer sich säkularisierenden Gesellschaft ist es nicht mehr selbstverständlich, dass sich Menschen im höheren Lebensalter der Kirche zuwenden. So vielfältig und bunt wie das Leben sind heute auch die Senioren. Im Zeitalter der Mobilität wählen sie − vor allem im städtischen Umfeld aus der Vielzahl der Möglichkeiten das aus, was die größte persönliche Zufriedenheit verspricht.

"Junge Alte" wollen selbst aktiv werden

Kirchengemeinden sollten bei der Arbeit mit „jungen Alten“ Gestaltungsräume und Beteiligung vorsehen. Die neue Generation der Alten möchte nicht nur „bedient“ werden, sondern sich selbst einbringen und eigene Ideen kreativ umsetzen. Eine solche eigenverantwortliche und selbst organisierte Arbeit kann Menschen neu für Kirche interessieren.

"Junge Alte" helfen Hochbetagten

Die Tatsache, dass Menschen heute länger leben und länger in ihrem angestammten Umfeld verweilen möchten, verändert auch das diakonische Handeln der Kirchengemeinden. Angebote der Nachbarschaftshilfe und neue Formen der Besuchsdienstarbeit sind zu entwickeln. Beispielsweise benötigen Hochbetagte und mobilitätseingeschränkte Alleinstehende Hilfestellungen im Alltag. Für „junge Alte“ kann dies eine sinnerfüllte ehrenamtliche Aktivität sein.

 

Älter werdende Gesellschaft als Chance

Die älter werdende Gesellschaft ist kein „Schreckgespenst“, sondern eröffnet Kirchengemeinden neue Handlungsfelder und Zugänge zu den Menschen.