Diakonie in der Kirchengemeinde

Diakonie gehört zu den Kernaufgaben der Kirche

Foto: Willi Schönamsgruber, Diakonie Niedersachsen

Gottes Wort setzt nicht nur unser Herz, sondern auch unsere Hände in Bewegung. Menschen in Not zu helfen und die Stimme gegen Ausgrenzung und Ungerechtigkeit zu erheben – das ist Diakonie und gehört zu den Kernaufgaben unserer Kirche. In den diakonischen Aufgaben liegt eine große Chance für eine lebendige Kirchengemeinde.

Was kann das konkret bedeuten?

Im Kirchenvorstand

Der Kirchenvorstand berät, auf welche Weise sich die Kirchengemeinde in gesellschaftlichen Prozessen und im Gemeinwesen engagiert. Unter Umständen kommen Anfragen aus der politischen Gemeinde oder der Kirchenvorstand stellt sich auch selbst die Frage: „Wo müssen wir uns gesellschaftlich engagieren? Wo bestehen Notsituationen?“ Ein Diakonie-Ausschuss des Kirchenvorstands kann das diakonische Engagement der Gemeinde intensiv beraten und begleiten.

In der Gemeinde

Foto: Willi Schönamsgruber, Diakonie Niedersachsen

In jeder Kirchengemeinde leben Menschen, die sich in materieller oder psychischer Not befinden. Kirchengemeinden können eine Atmosphäre schaffen, in der Not benannt und in christlicher Gemeinschaft gegenseitige Unterstützung geleistet wird.

Es gibt viele Menschen, die sich gern diakonisch engagieren (Ehrenamtliche): solche, die eng mit der Gemeinde verbunden sind, aber auch solche, die der Kirche ferner stehen und das Anliegen der Diakonie wichtig finden.

Der Kirchenvorstand fördert und begleitet die diakonische Arbeit, indem er Kooperationspartner für konkrete Projekte sucht. Er gewinnt und qualifiziert Ehrenamtliche, regt an, dass z. B. Konfirmanden ein „Diakonie-Praktikum“ machen oder dass ein Projekt „diakonisches Lernen“ in der Kindertagesstätte stattfindet.

Die sonntägliche Diakonie-Kollekte wird in das diakonische Konzept eingebunden, und die Gemeinde unternimmt Schritte in Richtung Fundraising und Sponsoring für ihr diakonisches Engagement.

Im Kirchenkreis

Jede Kirchengemeinde kann die diakonischen Angebote im Kirchenkreis nutzen. Wenn beispielsweise die Notlagen von Betroffenen die eigenen Möglichkeiten in einer Kirchengemeinde übersteigen, beraten Kirchenkreissozialarbeiter und -sozialarbeiterinnen im konkreten Einzelfall. Denkbar sind auch projektbezogene Zusammenschlüsse mit anderen Kirchengemeinden und gesellschaftlichen Akteuren sowie die Zusammenarbeit mit diakonischen Einrichtungen.

Darüber hinaus lassen sich die diakonischen Erfahrungen der Kirchengemeinden beispielsweise beim Kirchenkreistag durch thematische Sitzungen und gemeinsame Projekte bündeln.

Im Dorf, Ort oder Stadtteil

Eine „diakonische Atmosphäre“ im Dorf, Ort oder Stadtteil entwickelt sich, wenn beispielsweise ein Kirchenvorsteher oder eine Kirchenvorsteherin an Ratssitzungen teilnimmt und die kirchengemeindliche Mitarbeit anbietet.

Eine andere Möglichkeit ist die Einrichtung von Runden Tischen zum Thema „Jugend“, oder zum Thema „Arbeitslosigkeit“, oder „Hospiz und Palliativversorgung“.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Der Kirchenvorstand bringt mit seiner Öffentlichkeitsarbeit (siehe Öffentlichkeitsarbeit) auch das „diakonische Bewusstsein“ der Gemeinde zum
Ausdruck.

  • Zum Beispiel kann im Gemeindebrief eine Rubrik „Aus der Diakonie unserer Gemeinde“ berichten.
  • Abkündigungen des Gottesdienstes bringen die diakonischen Stärken der Gemeinde zur Sprache
  • und die Lokalpresse informiert über diakonische Themen und Projekte der Gemeinden.

In der Landeskirche

  • Jährlich Anfang September findet niedersachsenweit die „Woche der Diakonie“ statt, an der sich viele Gemeinden mit ihren Projekten beteiligen.
  • Mit der Spenden- und Kampagnenaktion DIAKONIEHilfe setzt sich die Landeskirche für den Kampf gegen Armut und für soziale Gerechtigkeit ein.
  • Referentinnen und Referenten des Diakonischen Werkes der Landeskirche stehen für Fachberatung und Fortbildung zur Verfügung und helfen bei der Beantragung von Projektfördermitteln.

Arbeitsfelder im Diakonischen Werk