Hauskreise

Hier und dort in den Häusern

Bild: Stephanie Hofschläger / pixelio.de

Die Apostelgeschichte berichtet: Die ersten Christen „blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet … sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk." (Apg 2,42 ff).

Kleine überschaubare Gruppen

Aus diesem Grund gibt es schon lange Hauskreise, also kleine überschaubare Gruppen von Christen oder am christlichen Glauben Interessierter. Zwischen vier und fünfzehn Personen, je nachdem wie viel in ein Wohnzimmer passen, treffen sich regelmäßig und verbindlich, um sich über ihren Glauben durch persönliche Erfahrungen und mit biblischen Texten auszutauschen.

Dietrich Bonhoeffer nannte solche Treffen „das Zeugnis im Mund des Bruders“. Das Gebet füreinander und das Singen zum Lob Gottes gehören ebenso dazu wie die gegenseitige Unterstützung im Alltag. Wenn sich solche Gesprächskreise darüber hinaus in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft engagieren, werden sie als „Kirche für andere“ (Bonhoeffer) erkennbar.
 

Bedürfnis nach Gemeinschaft

Hauskreise der alten Art und die neuen Gesprächskreise, die nach Glaubenskursen entstehen, treffen gleichermaßen die Bedürfnisse der Menschen von heute.

Inmitten der Auflösung vertrauter Gemeinschaftsformen wie Familie und Volkskirche bieten Hauskreise einen freundschaftlichen Rahmen und Beheimatung an. Sie wirken damit dem Gefühl entgegen, anonym in der Gemeinde oder Gesellschaft zu sein und übersehen zu werden.

Der Einzelne bleibt wichtig

Innerhalb dieser Gemeinschaft bleibt der Einzelne wichtig; hier ist Raum für Seelsorge. In der Fülle religiöser Angebote findet man hier in einem überschaubaren Rahmen die Gelegenheit, sich authentisch über Fragen des Lebens auch in seinen Grenzbereichen wie Krankheit, Sterben und Tod auszutauschen.

So sind Hauskreise ein Ort, in denen Beziehungen zu Gott begonnen, erneuert und vertieft werden.

 

"Erwachsen Glauben"

Im Herbst 2011 startete die große EKD-weite Initiative „Erwachsen glauben“ mit Kursen zu Grundfragen des Glaubens, die in den Kirchenkreisen durchgeführt werden.

Eine sichtbare Folge von solchen Glaubenskursen ist die Entstehung von kleinen Gesprächsgruppen, die sich dann im Gemeindehaus oder im Wohnzimmer einer Seminarteilnehmerin oder eines Gruppenmitglieds treffen. Oft werden die Themen des Seminars noch einmal nachgearbeitet, oder man liest gemeinsam biblische Texte.

Arbeitsfeld Kurse zum Glauben im Haus kirchlicher Dienste