Ökumene vor Ort

Einheit in der Vielfalt

Bild: Jens Schulze

"Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien." (Johannes 17,20-21)

Die Einheit der Kirche, von der wir in der Bibel lesen und die wir im Glaubensbekenntnis aussagen, ist uns im Glauben vorgegeben. Gleichzeitig ist uns aufgegeben, diese Einheit auch sichtbar werden zu lassen.

Voneinander lernen und einander bereichern

Jede Gemeinde, jede Kirche ist ganz Kirche, aber keine ist die ganze Kirche. Jeder Gemeinde und Kirche gilt die volle Verheißung Gottes, aber keine bildet den vollen Reichtum des Leibes Christi ab. Einheit der Kirche ist immer auch vielstimmige Einheit. Daher können wir voneinander lernen, einander bereichern und einander korrigieren.

  • So haben wir als evangelisch-lutherische Kirche, angestoßen von der römisch-katholischen Kirche, die Relevanz von Gesten wieder schätzen gelernt. In diesem Sinne erlebt das Pilgern eine Renaissance.
  • Die orthodoxen Kirchen haben uns die Bedeutung der Liturgie neu bewusst gemacht.
  • Der Herrnhuter Brüdergemeine verdanken wir die Tageslosungen.
  • Die Mennoniten haben uns eingeschärft, dass die Kirchen zum Einsatz für Frieden verpflichtet sind.
  • Von Freikirchen lernen wir die Kraft des freien Gebets.
  • Christinnen und Christen aus Afrika oder Asien erinnern uns daran, die Freuden und Nöte des Alltags mit Gott zu teilen und Hilfe von ihm zu erwarten.

Einander unterstützen

In Zeiten der Kürzungen profitieren wir von dem Bemühen um Einheit. Keine Gemeinde, keine Kirche muss alles machen. Man kann sich absprechen. Das heißt:

  • Erstens können wir Kräfte bündeln und effektiver werden.
  • Zweitens können wir Aufgaben verteilen, so dass nicht jede Konfession meint, alles abdecken zu müssen.
  • Drittens können wir einander vertreten, so dass aufgrund gemeinsamer Vereinbarung zu bestimmten Anlässen eine Konfession für alle spricht oder handelt.

Beispiele finden Sie in der Box am rechten Rand.

Die neue Vielfalt des Christentums in Niedersachsen

Das Christentum in Niedersachsen ist vielfältiger geworden. Durch Migration ist neben die Vielfalt der Konfessionen die Vielfalt der Kulturen getreten: Presbyterianerinnen aus Korea, Katholiken aus Brasilien, Pfingstler aus Afrika, Lutheranerinnen aus Finnland, Orthodoxe aus Rumänien - sie alle leben heute auch in Niedersachsen. Uns als "Eingeborenen" steht es gut an, den Kontakt mit ihnen zu suchen.

Ideen hierzu unter: www.kirchliche-dienste.de/gash

Charta Oecumenica

Wichtige Orientierungspunkte für die Ökumene bietet die Charta Oecumenica, die 2001 auf europäischer Ebene unterzeichnet wurde. Im Mai 2007 haben sich in einem feierlichen Gottesdienst in der hannoverschen Marktkirche die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen auf ihre Leitlinien verpflichtet.

Charta Oecumenica

 

Beispiele für Ökumene vor Ort

Vor Ort gelingt ökumenisches Miteinander z. B.

  • in Gottesdiensten bei Stadt- und Schützenfesten,
  • in der Krankenhausseelsorge,
  • in Bibelwochen,
  • in der ökumenischen Friedensdekade,
  • in der Gebetswoche für die Einheit
  • oder bei der Feier einer Schöpfungszeit.

Mehr zum Thema Schöpfungszeit...

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Ökumene gestaltet sich häufig als Miteinander von evangelisch-landeskirchlichen und römisch-katholischen Gemeinden. Die Ökumene mehrerer Konfessionen ist in ökumenischen Arbeitskreisen vor Ort und besonders in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) organisiert.

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen