Offene Kirche

Predigt in Stein

Kirchen sind Orte des Glaubens und prägen Orts- und Stadtbilder. Menschen der jeweiligen Epoche haben hier ihren Glauben ausgedrückt und uns als „Predigt in Stein“ hinterlassen. In den Jahrhunderte lang „durchbeteten Räumen“ finden Menschen zu sich selbst und suchen die Kommunikation mit Gott.

Kirchen werden auch außerhalb der Gottesdienstzeiten besucht

Seit etwa zwanzig Jahren ist zu beobachten, dass Kirchen auch außerhalb des Gottesdienstes besucht werden. Zunächst nur in den großen Urlaubsgebieten, jedoch mittlerweile fast überall finden Urlauber und Gäste gern den Weg in alte Dorfkirchen, gotische Stadtkirchen und auch Kirchen jüngeren Datums. Sie kommen, um eine Kerze anzuzünden oder ein Gebet zu sprechen, einen Segen für den Alltag zu erhalten und oft einfach nur, um die Stille zu genießen.

Verlässlich geöffnete Kirche

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Seit dem Jahr 2000 verleiht die Evangelische Landeskirche Hannovers Kirchengemeinden das Signet „verlässlich geöffnete Kirche“, wenn ihre Kirche von Ostern bis Erntedank an mindestens fünf Tagen in der Woche jeweils vier Stunden oder länger verlässlich geöffnet ist.

Von den zurzeit ca. 280 verlässlich geöffneten Kirchen in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers sind schon 30 Radwegekirchen. An den Fernradwegen laden sie auch die ein, die mit großem Gepäck auf ihren Radtouren eine kulturelle und geistliche Erfrischung suchen. Der Tourismus hat ein starkes Interesse an diesem kirchlichen Angebot.

Den Verkündigungsauftrag in anderer Form wahrnehmen

Offene Kirchen und Angebote im Kirchraum sind ein lohnenswertes Arbeitsfeld. Die Kirchengemeinde kann auf diese Weise Schätze heben und den Verkündigungsauftrag in ganz anderer Form aufnehmen.

Neues Feld für ehrenamtliche Arbeit

Viele Gemeindeglieder haben in den vergangenen Jahren die Offene Kirche als neues Feld ehrenamtlicherTätigkeit entdeckt und weiterentwickelt (siehe Ehrenamtliche). Sie halten die Kirche offen und geben gern Auskunft über die Kirche und die Gemeinde.

Der kleine Gottesdienst im Alltag

Der Kirchraum ist damit nicht mehr „nur“ den sonntäglichen Gottesdiensten und Amtshandlungen vorbehalten, sondern ermöglicht auch den „kleinen Gottesdienst im Alltag“. So wird die geöffnete Kirche zum sichtbaren Zeichen und zur Visitenkarte der Gemeinde. Gebete werden geschrieben und gesprochen, Kerzen angezündet, Stille gesucht – Menschen finden zu Gott.

 

"Kirchen lebendig werden lassen"

...so lautet der Titel der Ausbildung zu ehrenamtlichen Kirchenführern und Kirchenführerinnen. Sie erzählen Gästen von der Kirche und der Gemeinde, geben Informationen und regen durch kirchenpädagogische Impulse Begegnungen im Raum an. Besondere Angebote helfen Schulklassen, Kindergärten und Erwachsenengruppen sich den kirchlichen Raum zu erschließen.

Mehr zur Ausbildung für Kirchenführer/innen

Was der Kirchenvorstand tun kann

Einige Klöster und Kirchen haben die alte Regel der Benediktiner wieder entdeckt: „Porta patet cor magis – die Tür ist offen, das Herz noch mehr“. An der Klosterpforte werden Menschen auf diese Weise begrüßt. Kirchenvorstände sind eingeladen, auch für ihre Kirche diese Regel aufzunehmen und diese neue Form der Gemeindearbeit anzuregen und zu fördern.