Der Ablauf des Abendmahls

Das Abendmahl im Evangelischen Gottesdienstbuch

Das Abendmahl bildet den dritten Teil des Gottesdienstes (C). Vor dem Abendmahl stehen der Eingangsteil (A) und Verkündigungsteil (B), an das Abendmahl schließen sich Sendung und Segen (D) an.

Ebenso wie es zwei Grundformen für den Gottesdienst gibt (Grundform I und Grundform II), so gibt es auch zwei unterschiedliche Formen für die Feier des Abendmahls.

Großes Lobgebet mit Einsetzungsworten

Das Abendmahl beginnt mit dem großen Lobgebet, in dessen Zentrum die Einsetzungsworte stehen. Um diesen Kern haben sich in der Geschichte zahlreiche festliche Gebete gruppiert. Die Teile, die wegfallen können, sind im folgenden Ablauf kursiv gesetzt.
 
  • Lobgebet (Präfation)
    Der erste Teil des Lobgebets (Präfation) wird eingeleitet durch einen Wechselgesang zwischen Liturg/Liturgin und Gemeinde. Der Inhalt variiert je nach Zeit des Kirchenjahres. Dazu gehören vor allem das Lob des Schöpfers für die Gaben der Natur und der Dank für das Erlösungswerk Jesu Christi.
  • Dreimalheilig (Sanctus)
    Die Gemeinde nimmt das Gotteslob der Präfation auf, indem sie das Dreimalheilig (Sanctus) singt: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.“ (EG 185.1-5) Der Text stammt aus Jesaja 6,3.
  • Abendmahlsgebet I
    An dieser Stelle kann ein weiteres Abendmahlsgebet folgen.
  • Einsetzungsworte
    Der Liturg/die Liturgin singt oder spricht die Einsetzungsworte:
    „Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset. Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr’s trinket zu meinem Gedächtnis.“
  • Christuslob
    Die Gemeinde kann auf die Einsetzungsworte mit einem Christuslob antworten. Groß ist das Geheimnis des Glaubens. Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ (EG 189)
  • Abendmahlsgebet II
    Der Liturg/die Liturgin kann das Lobgebet mit einem weiteren Gebetsteil fortsetzen.
  • Vaterunser
    Der Liturg/die Liturgin singt oder spricht das Vaterunser (gemeinsam mit der Gemeinde). Das Vaterunser kann direkt nach dem Sanctus gebetet werden, wenn auf die Einsetzungsworte direkt die Austeilung folgen soll.
  • Friedensgruß
    Der Liturg/die Liturgin spricht den Friedensgruß.
    Der Friedensgruß kann in der Gemeinde weitergegeben werden, verbunden mit einer Geste der Gemeinschaft (etwa einem Händeschütteln) und/oder den Worten: „Friede sei mit dir.“
  • Lamm Gottes (Agnus Dei)
    Die Gemeinde singt das Agnus Dei (EG 190,1-4): „Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden.“ Der Text geht zurück auf Joh 1,29.

Vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Taschenbuchausgabe, Seite 46.