Andachtsimpuls Februar 2015

Ich gehe das Wagnis ein, die Freudenbotschaft öffentlich zu verkünden

Gleich am ersten Satz dieses Verses bleiben meine Gedanken hängen. „Ich gehe das Wagnis ein, die Freudenbotschaft öffentlich zu verkünden". Das Wagnis? Wie kann das Verbreiten einer guten Nachricht mit einem Risiko verbunden sein? Der zunächst sehr klare und eindeutig positiv auf mich wirkende Anfang aus dem Brief von Paulus an die Römer lässt mich nachdenklich werden, wie gefährlich es zu unterschiedlichen Zeiten war, den Glauben zu bekennen.

Zur Zeit der Briefe des Paulus an die Gemeinde in Rom regierte Kaiser Nero die Millionenmetropole. Paulus war auf seinen Reisen noch nicht dort gewesen und kündigte seinen Besuch in der Gemeinde an. Die Gemeinden waren klein und versprengt. Er kennt bereits einige Menschen in Rom und Paulus weiß auch von den Alltagssorgen, unter denen die junge Gemeinde leidet. Immer wieder kommt es zu Meinungsverschiedenheiten in Glaubensfragen zwischen den unterschiedlichen Strömungen und aufgrund der unterschiedlichen Herkunft und Prägung. Aber auch handfeste Auseinandersetzungen mit der römischen Herrschaft sind an der Tagesordnung. Rom ist ein brodelnder Tiegel aus Machtspielen, Unterdrückung, Armut und Gewalt.

Ja, und genau da hinein will Paulus mit seiner frohen Botschaft, der guten Nachricht, dem Evangelium platzen. Jetzt verstehe ich, warum es für ihn schwierig wird und er aber das Wagnis auf sich nehmen will. Was Paulus zu verkünden hat, ist für viele bedrohlich.

Allein Jesu Tod am Kreuz ist für Paulus Beweis genug für Gottes Liebe zu den Menschen. Und jeder Mensch, der Gott vertraut, ist gerettet und frei. Mit diesem Glauben an Gottes Selbstopfer und die daraus resultierende Befreiung aller Gläubigen hinterfragt Paulus den bisherigen Glauben, fordert zu neuer Auseinandersetzung heraus und stellt die Zusage Gottes über alle Kaiserversprechen dieser Welt. Eine Herrschaftskritik, die der römische Kaiser nicht zulassen wird.

Wow, was für ein kraftvolles Bündnis zwischen Gott und den Menschen existiert! Hochpolitisch und auch in unserer heutigen Krisenzeit brandaktuell. Freiheit für alle, ohne Unterdrückung, ohne Machtdemonstrationen – bedingungslos und möglich, allein durch die Liebe und das Vertrauen zueinander.

Frauke Möller, Bremervörde-Zeven

 

Monatsspruch für Februar 2015

Ich gehe das Wagnis ein, die Freudenbotschaft öffentlich zu verkünden. In ihr wirkt die Kraft Gottes zur Befreiung aller, die auf sie vertrauen, jüdischer Menschen zuerst und dann auch griechischer.

Röm 1,16 (BigS)