Andachtsimpuls Juli 2015

Euer Wort soll ein eindeutiges Ja sein oder ein eindeutiges Nein. Was darüber hinausgeht, geschieht aus Bosheit.

Mt 5,37 (BigS)

„Ist mir gleich!“, „Ich weiß nicht...“, „Ich will das nicht entscheiden.“ – Kennen Sie solche Antworten? Von anderen oder von sich selbst? Wenn es nur um die Frage geht, was es morgen zum Mittagessen geben soll, ist das ja auch nicht so problematisch. Was aber, wenn es um Wichtigeres, um Wesentliches geht? Wie zum Beispiel darum, ob ich die Arbeitsstelle wechseln soll? Ob ich meine Freundin besuchen soll, bei der ich mich aber seit viel zu langer Zeit nicht gemeldet habe? Wen ich bei der nächsten Wahl wählen soll? Ob ich im Kirchenvorstand für den Neubau oder die Einstellung einer Diakonin stimmen soll? Ob meine vielleicht in Zukunft pflegebedürftige Mutter bei mir einziehen sollte? In solchen Situationen denke ich an Jesu Worte aus der Bergpredigt: Euer Wort soll Ja sein oder Nein, eindeutig. Oder wie Luther übersetzte: „Euer Wort sei Ja oder Nein, alles andere ist von Übel.“ Ich weiß, dass Jesus hier eigentlich ein Plädoyer gegen die Abwertung des schlichten, klaren Wortes und seiner Glaubwürdigkeit durch das Schwören gibt. Ich kenne aber keine Frau, die diese Andachten liest und diese schlechte Angewohnheit hätte, ihre Aussagen durch einen Schwur bekräftigen zu müssen. Ich kenne aber sehr wohl viele, mich inbegriffen, die immer wieder vor schwierigen Entscheidungen stehen.

Entscheidungen, bei denen das Risiko besteht, dass es schief geht. Entscheidungen, deren Folgen vielleicht zu anstrengend werden, oder die mich tatsächlich vor ein Dilemma stellen: Egal was ich tue, es wird nicht nur positive, sondern auch negative Folgen haben. Hier macht Jesus mir in der Bergpredigt Mut, gut zu überlegen, abzuwägen und dann ein klares Ja oder Nein zu sagen. Das hilft mir und den anderen um mich herum. Den Mut kann ich fassen im Vertrauen darauf, dass ich selbst nicht alles in der Hand habe. Gottes Kraft und Geist tragen mich im Entscheidungsprozess und besonders im Durchleben der Folgen der Entscheidungen. So wie Jesus es in der Bergpredigt sagt: „Trachtet am Ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch solches alles zufallen.“ (Matth. 6, 33-34)

Von dieser Zuversicht spricht auch das Lied „Vertraut den neuen Wegen“, Nr. 395 im Evangelischen Gesangbuch. Ich schlage vor: lernen Sie es auswendig. Das ist auch eine Entscheidung, eine eher einfache, aber vielleicht weit reichend für die nächste schwere Frage, die auf eine Antwort wartet. Ich werde gleich damit anfangen ...

Eilen Frey, Hameln-Pyrmont

 

Monatsspruch für Juli 2015

Euer Wort soll ein eindeutiges Ja sein oder ein eindeutiges Nein. Was darüber hinausgeht, geschieht aus Bosheit.

Mt 5,37 (BigS)