Andachtsimpuls September 2015

Und sagte: „Wahrhaftig, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in Gottes gerechte Welt hineingelangen."

Mt 18,3 (BigS)

Mein jüngster Enkelsohn bekam zu seiner Taufe den Taufspruch zugesprochen: „ich danke Dir, dass ich wunderbar gemacht bin". Kein anderer Spruch hätte so gut zu ihm gepasst wie dieser. Ja, wunderbar gemacht ist dieses kleine Wesen, wie viele andere Kinder auch auf der Welt. Ein Gottesgeschenk! Seine Unbekümmertheit, sein Lachen und seine Fröhlichkeit sind einfach mitreißend und ansteckend. Wenn ich dieses kleine Menschenkind ansehe, dann verstehe ich die Worte, die Jesus sagte:

„... wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in Gottes gerechte Welt hineingelangen."

Kinder in ihrer Unbeschwertheit und Leichtigkeit tragen diese gerechte Welt Gottes in sich.

Jesus beschreibt Gottes gerechte Welt sehr anschaulich. Er vergleicht sie in immer neuen Bildern, zum Beispiel: wie mit einem Schatz im Acker, einer Hochzeitsfeier oder dem Sauerteig. Auch der Monatsspruch, in dem Erwachsene Kinder als Beispiel vor Augen gestellt bekommen, steht im Zusammenhang mit Gottes Gleichnissen. Das Reich Gottes lässt sich mit unserem Verstand nicht erfassen. Um Zugang zum Gottesreich zu bekommen, brauchen wir keine intellektuellen Voraussetzungen, es ist kinderleicht zu begreifen. Umkehren, neu anfangen, spielerisch einen neuen Versuch wagen, das ist die Haltung, die notwendig ist, um Gottes gerechte Welt wieder zu entdecken. Und Gott lädt uns dazu ein, das Kind in uns wieder zu entdecken und es wert zu schätzen. Sich dem Reich Gottes kindlich zu nähern ist nicht simpel, sondern klug. Erfahrungen, die Körper, Seele und Geist einbeziehen, erfüllen den gesamten Menschen und heilen, sie sind heilsam.

Es gilt also umzukehren, einen Neuanfang zu wagen und Gottes gerechte Welt zu suchen. Nicht allein mit dem Verstand, sondern mit allen Sinnen. Dazu hilft uns die Unbekümmertheit und Selbstvergessenheit des Spielens, die Versunkenheit in das, was man gerade tut. Da geht es ums Ausprobieren, um völlig neue Erfahrungen. Das alles hat auch mit unserem Glauben zu tun. Denn auch Glaube lässt sich nur unvoreingenommen erfahren, mit der staunenden Offenheit des Kindes. Dazu braucht es Vertrauen, um sich darauf einzulassen wie ein Kind. Die Erfahrung zu machen, Gott übersieht mich nicht. Er sucht mich, bis er mich findet. Ich bin Gott wichtig und er freut sich über mich.

„Möge Gott neu in dir zur Welt kommen, möge Gottes Gegenwart dein Leben hell machen, möge dir Kraft zuwachsen selbst mehr und mehr Mensch zu werden.“ (Katja Süß)

Annegrid Helwing, Hildesheim

 

Monatsspruch für September 2015

Und sagte: „Wahrhaftig, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in Gottes gerechte Welt hineingelangen."

Mt 18,3 (BigS)