Neubesetzung einer Pfarrstelle

Unser Pastor geht weg

Manchmal geht es ganz schnell, manchmal war es auch schon eine Weile zu ahnen: der Pastor, die Pastorin geht in den Ruhestand oder wird die Gemeinde wechseln.

Nun geht es darum, die freiwerdende Stelle möglichst schnell zu besetzen!

Anforderungen der Kirchengemeinde diskutieren

Viele Gemeinden haben feste Vorstellungen von den Eigenschaften, die ein Pastor oder eine Pastorin mitbringen sollte. Darum ist es hilfreich, die Anforderungen, die in der Gemeinde bestehen, im Kirchenvorstand ausführlich zu diskutieren. Denn: je präziser die Vorstellungen, desto einfacher wird es, einen - oder mehrere! - geeignete Bewerber zu finden.

Superintendent oder Superintendentin haben die Federführung

Die Federführung im Besetzungsverfahren liegt bei dem Superintendenten oder der Superintendentin des Kirchenkreises. Deshalb sollte der Kirchenvorstand das Gespräch suchen und dort die Erwartungen formulieren, die für die Gemeinde mit der Neubesetzung verbunden sind. Dies ist sowohl für die Ausschreibung als auch für die weiteren Beratungen relevant.

In der Regel holen potenzielle Bewerberinnen und Bewerber zunächst in den Superintendenturen Informationen ein. Auch für die Landessuperintendentin oder den Landesuperintendenten sowie für das Landeskirchenamt ist es hilfreich, das Anforderungsprofil für die Pfarrstelle so gut wie möglich zu kennen. Schließlich soll am Ende „die richtige Person am richtigen Platz“ ihren Dienst tun.

Am Anfang steht die Freigabe der Stelle

Bevor die Stelle ausgeschrieben werden kann, muss geklärt sein, ob eine Wiederbesetzung auch möglich ist. Der Stellenplan des Kirchenkreises gibt dazu Hinweise. Ist die freiwerdende Stelle enthalten, kann sie im vorgesehenen Umfang besetzt werden. Der Kirchenvorstand beantragt dann auf dem Dienstweg, also über den Kirchenkreisvorstand, beim Landeskirchenamt die Freigabe der Stelle.

Ausschreibung der Stelle

Ist die Stelle frei gegeben, schreibt das Landeskirchenamt die Pfarrstelle im Kirchlichen Amtsblatt und in der Internetbörse www.freiepfarrstellen.de zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.

Parallel dazu hat der Kirchenvorstand die Möglichkeit, die Stelle über weitere Stellenbörsen im Internet oder in der Evangelischen Zeitung auszuschreiben. Dabei kann sie auf Besonderheiten hinweisen und ihr Anforderungsprofil formulieren.

Wer sich dann bewerben möchte, braucht die Bewerbungsfähigkeit für die hannoversche Landeskirche. Alle Bewerbungen sind an das Landeskirchenamt zu richten.

Ernennung, Wahl oder Präsentation?

Die Besetzung einer Pfarrstelle erfolgt in der Regel abwechselnd durch Ernennung oder Gemeindewahl. Ist der letzte Stelleninhaber gewählt worden, wird die Stelle nunmehr durch  Ernennung besetzt – und umgekehrt.

Ist ein Patronat beteiligt, erfolgt sie durch Präsentation. In einigen Gemeinden Ostfrieslands gibt es die Sonderregelung der Interessentenwahl.

Die Einzelheiten der unterschiedlichen Besetzungsverfahren sind im Pfarrstellenbesetzungsgesetz (Rechtssammlung 12 B) geregelt. Der Superintendent oder die Superintendentin bespricht mit dem Kirchenvorstand die Verfahrensschritte und auch das Landeskirchenamt gibt in Zweifelsfragen gern Auskunft.

Pfarrstellenbesetzungsgesetz, (Rechtssammlung 12 B)

Stellenreduzierungen

Eine freigewordene Pfarrstelle wird nicht immer in der gleichen Form wiederbesetzt werden können. Eine Neubesetzung kann zu Veränderungen im Stellenumfang führen oder es wird bei diesem Anlass auch die Zusammenarbeit mit den Gemeinden in der Nachbarschaft neu geregelt. Wenn Stellen reduziert werden müssen, ist es besonders wichtig, die Erwartungen und Möglichkeiten in ein realistisches Verhältnis zu bringen. Hilfestellung gibt die Handreichung für Teildienste.

Kooperation von Pfarrstellen

Wenn eine verbindliche Kooperation der Pfarrstellen in der Region vereinbart werden soll, gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Die allgemeine Empfehlung lautet:

  • Suchen Sie das Gespräch mit dem Superintendenten oder der Superintendentin.
  • Wenn erforderlich, kann auch das Landeskirchenamt beraten.
 

Ernennungsverfahren

Im Ernennungsverfahren stellen der Landesbischof und das Landeskirchenamt nach Beratung durch den Bischofsrat das Einvernehmen darüber her, welcher Bewerber oder welche Bewerberin auf die freie Stelle ernannt werden soll.

Es folgt die Einladung in den Kirchenvorstand sowie ein Aufstellungsgottesdienst. Werden binnen einer Woche keine Einwendungen erhoben, wird die Vokation erteilt. Über eventuelle Einwendungen entscheidet der Kirchenvorstand; das Landeskirchenamt muss die Entscheidung dann bestätigen.

Wenn die Vokation erteilt ist, kann der neue Pastor oder die neue Pastorin den neuen Dienst antreten.

Wahlverfahren

Stärker beteiligt sind Gemeinde und Kirchenvorstand beim Wahlverfahren. Hier gibt der Superintendent oder die Superintendentin als Wahlleiter dem Kirchenvorstand die Namen der Bewerber bekannt.

Der Kirchenvorstand lädt sie zur Vorstellung ein. Dann wird im Kirchenvorstand gewählt: Liegt nur eine Bewerbung vor, wird darüber abgestimmt. Bei mehreren Bewerbungen muss eine ¾-Mehrheit erreicht werden. Anderenfalls gibt es einen Wahlaufsatz mit zwei oder drei Namen.

Die Bewerber halten je einen Aufstellungsgottesdienst. Danach wird in der Gemeinde gewählt. Das Landeskirchenamt prüft, ob die Wahl ordnungsgemäß war, und ordnet die Einweisung des oder der Gewählten in die Pfarrstelle an.