Ablauf des Bewerbungsgesprächs

Was darf gefragt werden?

Dem Bedürfnis nach einem möglichst umfassenden Bild des Bewerbers oder der Bewerberin stehen rechtliche Grenzen entgegen. Nicht alles, was der Arbeitgeber wissen möchte, darf er auch fragen. Hier ist der Schutz der Persönlichkeit höher als das Informationsbedürfnis des Arbeitgebers.

Diese Fragen dürfen Sie stellen

Im Bewerbungsgespräch dürfen alle Fragen gestellt werden, die mit den allgemein zulässigen Auswahlkriterien korrespondieren oder sich auf besondere Fähigkeiten und Kenntnisse sowie beispielsweise die Bereitschaft zu Dienstreisen beziehen.

Diese Fragen dürfen Sie nicht stellen

Nicht zulässig sind Fragen nach

  • einer Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit,
  • den finanziellen Verhältnissen,
  • nach einer Schwangerschaft,
  • der Familienplanung
  • oder nach Krankheiten. Eine Ausnahme bilden berufsrelevante Krankheiten mit andauernden oder aktuellen Tätigkeitseinschränkungen.

Nur wenn der Dienstherr bzw. Anstellungsträger nachweislich die Einstellung von schwerbehinderten Menschen fördern will, sind Fragen nach einer Schwerbehinderung zulässig.

Folgen von unrichtig beantworteten Fragen

Werden im Bewerbungsgespräch zulässige Fragen unrichtig beantwortet, kann der daraufhin abgeschlossene Arbeitsvertrag angefochten werden und ist damit auch ohne Kündigung unwirksam. Unzulässige Fragen dürfen Bewerberinnen und Bewerber hingegen ohne rechtliche Folgen unrichtig beantworten.

Auswertung und Beratung

Unmittelbar nach dem Gespräch sollten Sie sich austauschen und zu einer vorläufigen Einschätzung kommen. Dies ist besonders wichtig, wenn mehrere Gespräche hintereinander geplant sind. Fragen und Antworten sowie subjektive Eindrücke bis hin zum Ablehnungsgrund sind zu dokumentieren.

Wenn Sie Ihre Eindrücke nicht unmittelbar nach dem Gespräch festhalten, besteht die Gefahr der Verzerrung und des Vergessens. Das Ergebnis der Beratung sollte protokolliert werden (Aufbewahrungsfrist mindestens fünf Monate). Häufig treffen die am Gespräch unmittelbar Beteiligten nicht allein die Entscheidung.

Wenn der Kirchenvorstand oder eine andere Stelle die Stellenbesetzung letztendlich beschließt, muss für die dortige Beratung Ihre Entscheidung nachvollziehbar begründet sein. Das Protokoll ist gegebenenfalls bei einer Ablehnung einer Bewerbung und nachfolgenden Klage relevant.

Absagen

Absageschreiben sollten freundlich, ohne explizite Ablehnungsgründe und so neutral und wertfrei wie möglich formuliert sein. Nehmen Sie Abstand von mündlichen Aussagen, um keine Anhaltspunkte für eine vermeintliche Benachteiligung zu bieten.

 

Anprechpartnerin im Haus kirchlicher Dienste (HkD)

Zum Gesprächsverlauf

  • Begrüßung, Smalltalk zum ‚Anwärmen‘ und Vorstellung aller Anwesenden
  • Überblick über den Ablauf des Gesprächs
  • Kurze Vorstellung der Kirchengemeinde bzw. Einrichtung mit ihren Schwerpunkten und Spezifika
  • Selbstpräsentation des Bewerbers oder der Bewerberin und Darstellung des beruflichen Werdegangs
  • Besprechung der beruflichen Entwicklung/ Arbeitsinhalte
  • Soziale Kompetenzen, Teamverhalten, Persönliche Kompetenzen
  • Fragen des Bewerbers oder der Bewerberin
  • Abschluss des Gesprächs, Verbleib (weiteres Verfahren; wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist), Verabschiedung

Arbeitshilfen

Arbeitshilfen bzw. Mustervordrucke zur Dokumentation eines AGG konformen Bewerbungs- und Auswahlverfahren erhalten Sie über die Verwaltungsstelle Ihres Kirchenkreisamtes bzw. Kirchenamtes.

Download

Hier können Sie den ganzen Artikel zum Thema Bewerbungsgespräche aus dem Handbuch für Kirchenvorstände herunterladen