Stellenausschreibung

Freie Stellen müssen ausgeschrieben werden

Bild: Jens Schulze

Mitarbeiterstellen in Kirchengemeinden sind vor der Besetzung auszuschreiben. Dieser Pflicht wird ausreichend nachgekommen, wenn die Stelle in die von der EKD angebotenen bundesweiten Stellenbörse im Internet eingestellt wird. Ohne eine Stellenausschreibung kann die Mitarbeitervertretung ihre Zustimmung zur Einstellung verweigern.

Stellen für Lehrkräfte, Kirchenbeamtinnen und Kirchenbeamte sowie Stellen von Aushilfs- oder Vertretungskräften (bis zu drei Monate befristet) sind von dieser Regelung ausgenommen. Pfarrstellen werden ausschließlich im Internet ausgeschrieben (www.freiepfarrstellen.de).

Anzeigen in Tageszeitung, Gemeindebrief, Aushänge

Gute Möglichkeiten, das Stellenangebot bekannt zu machen, sind Anzeigen in Tageszeitungen, Hinweise im Gemeindebrief, Aushänge in Gemeindehäusern oder Geschäften sowie Stellenbörsen im Internet. Eine weitere Möglichkeit ist die Vergabe der Personalauswahl an die örtliche Arbeitsagentur oder einen privaten Vermittlungsdienst.

Mitarbeitervertretung

Wenn Sie als Kirchenvorstand Grundsätze zur Stellenausschreibung aufstellen wollen, hat die Mitarbeitervertretung ein Mitbestimmungsrecht (§ 41 Nr. 5).

Was muss in der Stellenausschreibung stehen?

Eine Stellenausschreibung sollte folgende Informationen enthalten:

  • Berufliche Voraussetzungen und Anforderungen (z.B. staatliche Anerkennung für die Stelle einer Erzieherin, Fahrerlaubnis für die Stelle einer Fachkraft im ambulanten Pflegedienst)
  • Voraussetzung des evangelisch-lutherischen Bekenntnisses bzw. die Zugehörigkeit zu einer Gliedkirche der EKD
  • Weitere berufliche Anforderungen, die zur Ausübung der Tätigkeiten auf dieser Stelle erforderlich sind
  • Angaben zu Art, Umfang und Aufgaben der Stelle
  • Zeitpunkt der gewünschten Stellenbesetzung
  • Ende der Bewerbungsfrist
  • Erforderliche Bewerbungsunterlagen
  • Kurze Vorstellung der Kirchengemeinde oder Einrichtung
  • Empfehlenswert ist die Benennung einer Kontaktperson

Gleichbehandlungsgesetz: Was ist zulässig und was nicht?

Stellenausschreibungen müssen geschlechtsneutral und ohne Altersbeschränkung formuliert sein (§ 11 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes). Benachteiligungen aufgrund der Rasse, der ethnischen Herkunft, einer Behinderung sowie der sexuellen Identität sind nicht zulässig.

Kirchliche Anstellungsträger dürfen jedoch eine religiöse Zugehörigkeit voraussetzen, weil diese nach dem kirchlichen Selbstbestimmungsrecht eine berechtigte berufliche Anforderung darstellt. Die Aufforderung, aussagekräftige Bewerbungsunterlagen mit entsprechenden Nachweisen über die für die Stelle angemessenen oder einschlägigen Berufserfahrungen einzureichen, ist ebenfalls zulässig.

Sinnvoll: klare Formulierung des Anforderungsprofils

Eine klare Definition des Anforderungsprofils bereits in der Stellenausschreibung ist hilfreich. Zum einen vereinfacht das Anforderungsprofil sowohl für die Bewerberinnen und Bewerber als auch für den Arbeitgeber eine gezielte Auswahl.

Zum anderen schützt es vor der Gefahr einer Klage. Wird beispielsweise erst im Vorstellungsgespräch das Anforderungsprofil näher definiert und in Bezug auf die Stellenausschreibung eingeschränkt, könnte der Bewerber oder die Bewerberin eine Benachteiligung im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes vermuten. Im Fall einer nachgewiesenen Benachteiligung droht dem Anstellungsträger die Verpflichtung zum Schadensersatz bzw. zur Entschädigung von bis zu drei Brutto-Monatsgehältern.

 

Ansprechpartnerin im Haus kirchlicher Dienste (HkD)

Gleichbehandlungsgesetz

Hinweise zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind im Internet über die kirchliche Online-AGG-Schulung bzw. als Lernheft abrufbar.

www.agg-schule.de
www.agg-schule.de/lernheft