Grafik: Gerke/Ruge/HkD

Tipps zur Gesprächsführung

Tipps zur Gesprächsförderung

Hier finden Sie neun Tipps, wie Gespräche produktiv und in guter Atmosphäre stattfinden können. Diese Tipps sind formuliert in Anlehnung an Christian-Rainer Weisbachs Buch "Professionelle Gesprächsführung", München 1994, S. 135ff.l

Aufnehmendes Zuhören

Die Aufmerksamkeit ist ganz auf den Gesprächspartner gerichtet; Mimik, Gestik, Blickkontakt und kleine bestätigende Floskeln (Mhm, Aha, Ja ja, so …) zeigen, dass der/die Zuhörende gedanklich mitgeht (das bedeutet nicht unbedingt, dass er oder sie der gleichen Meinung ist).

Umschreibendes Zuhören

Das soeben Gehörte wird mit eigenen Worten wiedergegeben,

  • z. B.: Verstehe ich Sie richtig, dass …
  • Sie meinen, wenn …

Zusammenfassen

Das Gehörte wird zusammengefasst. Gerade weitschweifigen Rednern kann dadurch signalisiert werden, dass ihr Anliegen angekommen ist, ohne dass sie es erneut erläutern müssen. Am Ende eines Gesprächs hilft die Zusammenfassung beiden Gesprächspartnern, Einverständnis über den Stand der Dinge herzustellen.

Klären, auf den Punkt bringen

Das Gehörte wird prägnant zusammengefasst und unter Umständen zugespitzt. Dadurch kann im Gespräch ein roter Faden gehalten und der Gesprächsfluss gefördert werden.

In Beziehung setzen

Das Gehörte wird geordnet nach den Schemata einerseits – andererseits; sowohl - als auch; weder – noch; teils – teils.

Dieses Gesprächsverhalten hilft, das Gespräch auf das Wesentliche zu  konzentrieren und fördert eine echte Klärung. Eine Lösung wird nicht vorgegeben, sondern es werden Alternativen aufgezeigt.

  • Einerseits hätten Sie gerne mehr Kontakt zu ihren Enkelkindern, andererseits wissen Sie nicht, ob Sie ihnen auf Dauer gewachsen sind.

Nachfragen

Nachfragen beziehen sich auf das, was Ihr Gegenüber schon mitgeteilt hat, was Sie aber noch nicht ganz verstanden haben.

  • Was meinen Sie mit …?
  • Was bedeutet …?
  • Können Sie mir ein Beispiel nennen?

Weiterführende Fragen

Diese Fragen werden stellvertretend gestellt. Dadurch fordern Sie Ihr Gegenüber auf, neue Aspekte zu bedenken und fortzufahren.

  • Was könnte schlimmstenfalls passieren?
  • Wie würde es aussehen, wenn …
  • Welche Konsequenzen hätte das für unsere Gemeinde?
  • Wie würde denn eine Lösung aussehen, der auch die Gruppe XY zustimmen könnte?

Fragen, die man selbst beantwortet

Diese lenken die Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung. Kritischen Einwänden kann man so zuvorkommen.

  • Die Frage ist ja, wie wir unser Projekt der Gemeinde schmackhaft machen können. Ich hätte da folgenden Vorschlag …

Gefühle ansprechen

Häufig schwingen bei sachlichen Mitteilungen Gefühle mit, die den Gesprächsverlauf und oft auch den Erfolg eines Vorhabens wesentlich beeinflussen. Durch das Ansprechen dieser Gefühle können sich Missverständnisse klären, und unter Umständen wird der Kern des Anliegens deutlich.

  • So, wie Sie über den Kindergottesdienst erzählen, spüre ich, wie wichtig Ihnen das gemeinsame Singen ist.

In Anlehnung an Weisbach, Christian-Rainer: Professionelle Gesprächsführung. Ein praxisnahes Lese- und Übungsbuch. Beck, München 1994, S. 135 ff.

Weitere Anregungen

zur Gesprächsführung und Sitzungsleitung

Ein Gesprächsleiter hat immer zugleich drei Dinge zu beachten:

  • den Gesprächsgegenstand,
  • die Gesprächsteilnehmenden und
  • die äußeren Umstände.

Die äußeren Umstände

  • Sieht jeder jeden?
  • Sitzen alle bequem?
  • Sind Hilfsmittel (Tafel, Pinnwand etc.) vorhanden?
  • Was erfreut das Auge?
  • Fördern oder mindern Getränke die Arbeit?
  • Wie sind Raumtemperatur und Licht?
  • Wird für frische Luft gesorgt?
  • Sind Pausen vorgesehen?

Der Gesprächs-gegenstand

  • Ist mir und den Gesprächsteilnehmenden klar, worüber wir sprechen wollen?
  • Ist mir und den Gesprächsteilnehmenden der Zweck des Gespräches bewusst?
  • Haben wir genug Informationen, um das Gesprächsthema gründlich behandeln zu können? Finde ich eine gute Startfrage?
  • Ordne ich zu früh oder zu spät?
  • Behalte ich das Thema im Auge, wenn Teilnehmende abschweifen?
  • Halte ich das Gespräch mit Fragen in Gang?
  • Rede ich selbst zu viel?
  • Ertrage ich es, wenn die Gruppe schweigt?
  • Halte ich mich mit meiner Meinung zurück?
  • Behalte ich die Uhr im Auge?

Die Gesprächs-teilnehmenden

  • Wie schaffe ich eine gute Gesprächsatmosphäre?
  • Kann ich alle Teilnehmenden sehen?
  • Gelingt es mir, Schüchterne zu ermuntern?
  • Wie stelle ich Dauerredner ab?
  • Wie löse ich einen Dialog zwischen Teilnehmenden auf?
  • Kann ich persönliche Spannungen in sachliche Auseinandersetzungen umwandeln?
  • Vermeide ich es, die Beiträge der Teilnehmenden zu bewerten?