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Bild: Ulrich Ahrensmeier

Meldewesen

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Bild: Simone Hainz / pixelio.de

Gemeindemitgliederverzeichnis

Alle Kirchenmitglieder sind im Gemeindegliederverzeichnis erfasst. Es dient als Nachweis der Kirchengemeinden und der Landeskirche und ist rechtsgültige Grundlage für die Kirchenmitgliedschaft. Für die Kirchengemeinden ist das Gemeindegliederverzeichnis ein wichtiges Instrument der Gemeindearbeit.

Innerkirchliche Bedeutung

Über den eigentlichen Zweck hinaus hat das Meldewesen gerade in den letzten Jahren einen enormen Bedeutungszuwachs erfahren. Innerkirchlich erfolgen der Finanzausgleich und die Bemessung der Zuweisungen an die Kirchengemeinden und die Kirchenkreise auf dieser Basis. Seit 2013 wird der Kirchenlohnsteuereinzug in Abgleich mit den Meldewesensystemen sehr effizient bewirkt.

Weitere Optionen sind zusätzliche geobasierte, kirchliche Analysen, die technisch auf den Meldewesendaten aufsetzen können und für kirchliches Fundraising oder weitere Aktivitäten der Gemeindearbeit von besonderem Interesse sind.

Kommunen übermitteln Änderungen an Kirchenämter

Nach dem Melderecht übermitteln die Kommunen alle Änderungen im kommunalen Melderegister, die Kirchenmitglieder betreffen, an die Kirchenämter. Diese führen im Auftrag der Kirchengemeinden das Gemeindegliederverzeichnis. Kirchenämter und Kirchengemeinden haben hierzu individuelle Regelungen getroffen.

Aufgabe der Kirchen(kreis)ämter

Aufgabe des Kirchenamtes ist es, darauf zu achten, dass die Kommunen Änderungen zeitnah mitteilen. Veränderungen im Bestand ergeben sich laufend, insbesondere durch Wegzug oder Zuzug, Taufe, (Wieder-)Aufnahme oder Kirchenaustritt sowie durch Eheschließung oder Sterbefall.

MEWIS NT

Die Qualität der Gemeindegliederverzeichnisse hat sich in der Vergangenheit laufend verbessert. Ein wesentlicher Schritt war die Umstellung der Meldedatenverarbeitung auf das online betriebene Softwareprogramm MEWIS NT (Meldewesen Informationssystem neue Technologie).

Ab November 2015 ist für den elektronischen Meldedatenaustausch zugleich mit der katholischen Kirche der neue staatliche Standard OSCI-XMeld/Kirchen (= Online Service Computer Interface) eingeführt worden. Mit diesem Standard werden die Anforderungen an die neuen Mediengesetze umgesetzt. Dadurch können die Kirchengemeinden die Meldedaten noch aktueller und künftig mit einer geringeren Fehlerwahrscheinlichkeit erhalten.

Gleichwohl bereitete die Umstellung im Jahre 2016 allen Beteiligten ungewöhnlich viele Schwierigkeiten aus den unterschiedlichsten Gründen, die nicht sogleich abgestellt werden konnten. Es zeigte sich, dass der technisch sehr umfangreiche Umbau des Systems eine intensivere Datenpflege und Datenanpassung von den Kirchenämtern erforderte.

Gegenwärtig haben die Datenbestände wieder eine hohe Datenqualität erfahren. Diese brauchen wir, damit die Meldedaten für die oben genannten erweiterten kirchlichen Zwecke genutzt werden können.

Infolge des neuen XMeld-Standards muss je nach Absprache die Kirchengemeinde oder das Kirchenamt im Falle einer kirchenmitgliedschaftsbegründenden Amtshandlung die Mitteilungen der Kirchengemeinde zur Eintragung des Religionsschlüssels im Melderegister seit November 2016 als digitale „Erklärung der Zugehörigkeit zu einer öffentlichrechtlichen Religionsgesellschaft“ gegenüber den Meldebehörden aus MEWIS NT heraus abgeben.

Text: Karsten Sander, Oberkirchenrat, Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

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