Grafik: Gerke/Ruge/HkD

Mitarbeitervertretung (MAV)

Mitarbeitervertretung und Kirchenvorstand

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Bild: Stephanie Hofschläger / pixelio.de

Grundlage für die Arbeit der Mitarbeitervertretung und ihre Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand ist das Kirchengesetz der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen über Mitarbeitervertretungen – Mitarbeitervertretungsgesetz (MVG).

41 B Mitarbeitervertretungsgesetz (MVG)

Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit

Mitarbeitervertretung und Kirchenvorstand tragen gemeinsam Verantwortung für den Dienst der Kirche. Sie arbeiten vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammen und unterstützen sich gegenseitig bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.

  • Sie informieren sich gegenseitig über Angelegenheiten, die die Dienstgemeinschaft betreffen.
  • Sie achten darauf, dass alle Mitarbeiter nach Recht und Billigkeit behandelt werden,
  • die Vereinigungsfreiheit der Mitarbeiter nicht beeinträchtigt wird
  • und jede Betätigung in der Dienststelle unterbleibt, die der Aufgabe der Dienststelle, der Dienstgemeinschaft oder dem Arbeitsfrieden abträglich ist.

Zwischen Kirchenvorstand und Mitarbeitervertretung sind regelmäßige Gespräche hilfreich.

Vgl. § 34 MVG

Rahmenbedingungen

Mitarbeitervertretung ist ein Ehrenamt, das unentgeltlich ausgeübt wird. Mitarbeitervertreter und Mitarbeitervertreterinnen dürfen bei ihren Aufgaben oder Befugnissen nicht behindert werden. Darüber hinaus dürfen sie wegen ihrer Tätigkeit weder benachteiligt noch begünstigt werden.

Vgl. §19 MVG

Gegen ihren Willen dürfen Mitglieder der Mitarbeitervertretung nur abgeordnet oder versetzt werden, wenn dies aus wichtigen dienstlichen Gründen unvermeidbar ist und die Mitarbeitervertretung zustimmt.

Mitgliedern der Mitarbeitervertretung darf nur gekündigt werden, wenn ein Grund zur außerordentlichen Kündigung vorliegt oder wenn die Dienststelle ganz oder zu einem wesentlichen Teil aufgelöst wird.

Vgl. § 22 MVG

Der Mitarbeitervertretung müssen für ihre Sitzungen, Sprechstunden und die laufende Geschäftsführung die erforderlichen Räume, eine dienststellenübliche technische Ausstattung, Geschäftsbedarf sowie Büropersonal zur Verfügung gestellt werden.

Vgl. § 31 MVG

Informationsrechte der Mitarbeitervertretung

Die wichtigste Maßnahme für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist die rechtzeitige und umfassende Unterrichtung der Mitarbeitervertretung bereits während der Vorbereitung von Entscheidungen. (Vgl. § 35 MVG) Darüber hinaus kann die MAV auch an Ausschüssen und Kommissionen beteiligt werden.

Vgl. § 35 MVG

Aufgaben der Mitarbeitervertretung

  • Die MAV soll sich der Probleme und Interessen der Mitarbeiterschaft annehmen,
  • die beruflichen, wirtschaftlichenund sozialen Belange der Mitarbeiterschaft fördern,
  • darüber wachen, dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden,
  • Beschwerden entgegennehmen
  • und als „Vermittler" für eine tragbare Lösung eintreten.

Sie soll sich außerdem um die Eingliederung und berufliche Entwicklung von Hilfs- und Schutzbedürftigen kümmern, Schwerbehinderte und ältere Personen fördern und auf die Gleichstellung von Männern und Frauen achten; ausländische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollen einbezogen und gefördert werden.

Vgl. § 36 MVG

Die Mitarbeitervertretung legt einmal im Jahr bei einer Mitarbeiterversammlung Rechenschaft über ihre Tätigkeiten ab.

Zwischen Kirchenvorstand als Dienststellenleitung und der Mitarbeitervertretung können Dienstvereinbarungen abgeschlossen werden.

Vgl. § 37 MVG

Mitbestimmung und Mitberatung

In den Paragraphen 38-47 MVG ist festgelegt, bei welchen Entscheidungen der Kirchenvorstand die Zustimmung bei der MAV oder eine Mitberatung beantragen muss. Diese Vorschriften sind genau zu beachten, um Arbeitsgerichtsprozesse zu vermeiden. Lassen Sie sich beim Kirchen(kreis)amt hierzu beraten.

Vgl. §§ 38-47 MVG

Initiativrecht und Beschwerderecht

Die Mitarbeitervertretung kann dem Kirchenvorstand Maßnahmen, die der Beteiligung unterliegen, schriftlich vorschlagen. Die Dienststellenleitung muss innerhalb von zwei Monaten hierzu Stellung nehmen. Eine Ablehnung ist schriftlich zu begründen.

Vgl. §§ 48 MVG

Text: Uwe Huchthausen, Diakon, Referent für Arbeit mit Kindern im Haus kirchlicher Dienste

Mitarbeiter-Recht

Das Kirchengesetz der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen über die Rechtsstellung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Mitarbeitergesetz – MG) regelt das Verfahren, wann und wie Mitarbeitende angestellt werden, die Anstellungsvoraussetzungen für Mitarbeitende und ähnliches.

41 A Mitarbeitergesetz (MG)

Wie erreiche ich die Mitarbeiter-vertretung?

In jedem Kirchenkreis gibt es eine Mitarbeitervertretung. Die Ansprechpartner "Ihrer" MAV finden Sie auf folgender Seite:

MAV-Adressen

Das Kirchenamt berät Sie gern

Wenn Sie nicht sicher sind, bei welchen Entscheidungen die MAV einbezogen werden sollte und in welcher Form, dann lassen Sie sich gern vom Kirchen(kreis)amt beraten!