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Bild: Ulrich Ahrensmeier

Grundbesitz

Der kirchliche Grundbesitz steht überwiegend im Eigentum der Kirchen- und Kapellengemeinden. Diese haben im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen eigenverantwortlich über dessen Verwaltung und über Verkauf und Erwerb zu entscheiden. Zu vielen damit im Zusammenhang stehenden Themen finden Sie auf dieser Seite Informationen und Hinweise.

Grundbesitz

Der Ursprung kirchlichen Grundvermögens findet sich im Mittelalter. Damals wurden insbesondere von weltlichen Landesherren sogenannte „Parochien“ als Vorläufer der heutigen Kirchengemeinden errichtet und mit Landbesitz ausgestattet (Dotationen). Damit sollte der dauerhafte Erhalt der Kirchengemeinden sichergestellt werden.

Aus dem Ertrag des Grundbesitzes wurde der Lebensunterhalt der Prediger bestritten und auch die Unterhaltung der kirchlichen Gebäude gewährleistet. Im Laufe der Zeit hat sich das örtliche Grundvermögen durch Schenkungen, Stiftungen und Erbschaften regelmäßig vermehrt.

Kirchliches Grundvermögen

Das kirchliche Grundvermögen gliedert sich folgendermaßen auf:

  • Pfarrvermögen für die Pfarrbesoldung und Pfarrversorgung,
  • Kirchenvermögen für die allgemeinen kirchlichen Bedürfnisse, insbesondere die Unterhaltung der kirchlichen Gebäude,
  • sonstiges Zweckvermögen wie beispielsweise das Diakonievermögen zur Unterstützung sozialer Zwecke.

Diese Dotationsbindung kommt durch eine entsprechende Eintragung im Grundbuch als Zusatz zur Eigentümerbezeichnung zum Ausdruck.

Kirchlicher Grundbesitz ist unveräußerlich

Aus der Herkunft und Widmung folgt, dass kirchlicher Grundbesitz grundsätzlich unveräußerlich ist. Um seinen Zweck zu erfüllen, sollen in erster Linie die Erträge und nicht das Vermögen selbst eingesetzt werden; dieses würde sonst aufgezehrt.

In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ist der überwiegende Teil des Grundbesitzes im Eigentum von Kirchen- und Kapellengemeinden.

Insgesamt besitzen die kirchlichen Körperschaften der Landeskirche ca. 45.000 ha Land. Rund 80 % des Grundbesitzes entfallen auf landwirtschaftlich genutzte Grundstücke, 10 % auf Waldflächen, 5 % auf bebaute Grundstücke und Friedhöfe, der Rest auf Ödland und Wegeflächen.