Diakonie in der Kirchengemeinde

Diakonie gehört zu den Kernaufgaben der Kirche

Gottes Wort setzt nicht nur unser Herz, sondern auch unsere Hände in Bewegung. Menschen in Not zu helfen und die Stimme gegen Ausgrenzung und Ungerechtigkeit zu erheben – das ist Diakonie und gehört zu den Kernaufgaben unserer Kirche. In den diakonischen Aufgaben liegt eine große Chance für eine lebendige Kirchengemeinde.

Was kann das konkret bedeuten?

Im Kirchenvorstand

Der Kirchenvorstand berät, wie sich die Kirchengemeinde in gesellschaftlichen Prozessen und im Gemeinwesen engagiert. Unter Umständen kommen Anfragen aus der politischen Gemeinde oder der Kirchenvorstand stellt sich selbst die Frage:

  • „Wo müssen wir uns gesellschaftlich engagieren?
  • Wo bestehen Notsituationen?
  • Für wen öffnen wir unser Gemeindehaus?“

Ein Diakonie-Ausschuss des Kirchenvorstands kann das diakonische Engagement der Gemeinde intensiv beraten und begleiten und sich um die Finanzierung diakonischer Projekte kümmern.

In der Gemeinde

In jeder Kirchengemeinde leben Menschen mit materiellen oder psychischen Nöten. Kirchengemeinden können eine Atmosphäre schaffen, in der die Not benannt und Unterstützung geleistet wird.

Es gibt viele Menschen, die sich gern diakonisch engagieren (Ehrenamtliche): solche, die eng mit der Gemeinde verbunden sind, aber auch Menschen, die der Kirche eher fern stehen, doch das Anliegen der Diakonie wichtig finden und fördern wollen.

Der Kirchenvorstand gewinnt und qualifiziert Ehrenamtliche und regt an, dass z. B. Konfirmanden ein „Diakonie-Praktikum“ machen oder ein diakonisches Projekt in Zusammenarbeit mit einer Schule stattfindet. Die sonntägliche Diakonie-Kollekte wird da wichtig, wo es konkrete diakonische Projekte und Hilfen für die Menschen vor Ort gibt.

Im Kirchenkreis

Jede Kirchengemeinde kann die diakonischen Angebote im Kirchenkreis nutzen. Wenn beispielsweise die Notlage einer Familie die eigenen Möglichkeiten einer Kirchengemeinde übersteigt, beraten   Kirchenkreissozialarbeiter und -sozialarbeiterinnen im konkreten Einzelfall.

Denkbar sind auch projektbezogene Zusammenschlüsse mit anderen Kirchengemeinden und gesellschaftlichen Akteuren sowie die Zusammenarbeit mit diakonischen Einrichtungen.

Ein Diakonie-Fonds auf Kirchenkreisebene hilft dabei, dass die Mittel aus den Diakoniekollekten zeitnah und solidarisch im Kirchenkreis für diakonische Aufgaben verwendet werden.

Im Dorf, Ort oder Stadtteil

Eine „diakonische Atmosphäre“ im Dorf, Ort oder Stadtteil entwickelt sich, wenn Kirchenvorsteher und diakonische Ehrenamtliche an Ratssitzungen teilnehmen und die kirchengemeindliche Mitarbeit anbieten.

Eine andere Möglichkeit ist die Einrichtung von Runden Tischen zu Themen wie „Arbeitslosigkeit“ oder „Hospiz- und Palliativversorgung“.

In der Landeskirche

Jährlich Anfang September findet niedersachsenweit die „Woche der Diakonie“ statt, an der sich viele Gemeinden mit ihren Projekten beteiligen.
Die Referentinnen und Referenten des Diakonischen Werkes der Landeskirche stehen für Fachberatung und Fortbildung zur Verfügung und helfen bei der Beantragung von Projektfördermitteln.

Die „Initiative Gemeinwesendiakonie“ im Haus kirchlicher Dienste berät Kirchengemeinden, wie sie sich in ihrem Dorf oder Stadtteil mit ihren Kompetenzen einbringen können.

Die Erfahrung hierbei zeigt: Diakonisches Engagement steigert die Attraktivität der Kirchengemeinde.

In der weltweiten Ökumene

Die Aktion „Brot für die Welt“ und die „Diakonie-Katastrophenhilfe“ tragen die Anliegen der ökumenischen Diakonie in die Gemeinde. Dies weitet den Horizont für die globalen Herausforderungen. Indem sich Gemeinden für die „Nächsten in der Ferne“ engagieren, leben sie die weltweite Verantwortung der Christenheit.

Öffentlichkeitsarbeit

Der Kirchenvorstand bringt mit seiner Öffentlichkeitsarbeit auch das „diakonische Bewusstsein“ der Gemeinde zum Ausdruck.

  • Zum Beispiel kann im Gemeindebrief eine Rubrik „Aus der Diakonie unserer Gemeinde“ berichten.
  • Abkündigungen des Gottesdienstes bringen die diakonischen Stärken der Gemeinde zur Sprache und
  • die Lokalpresse informiert über diakonische Themen und Projekte der Gemeinden.

Text: Pastor Sven Quittkat, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Diakonische Theologie im Diakonischen Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V.