Kinder und Jugendliche

Chance und Herausforderung

Eine der größten Chancen und Herausforderungen für die Gemeinde ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Jesus antwortete auf die Frage der Jünger, wer der Größte im Himmelreich sei:

„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich hineinkommen. Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der ist der Größte im Himmelreich“. (Mt 18,3-5).

Diese von Jesus vorgegebene Orientierung kann dem Kirchenvorstand helfen, Wege hin zu einer kinder- und jugendgerechten Kirche zu finden.

Kinder und Jugendliche ernst nehmen

Heute muss Kirche eine Gratwanderung unternehmen zwischen der biblischen Botschaft und dem modernen Selbstverständnis von Kindern und Jugendlichen.

Einerseits haben die Älteren den Jüngeren etwas weiterzugeben und wollen ihnen Angebote machen, andererseits – keinesfalls nachrangig – gilt es, Kinder und Jugendliche als Subjekte ihres Glaubens, theologischen Denkens und kirchlichen Handelns ernst zu nehmen.

Präambel der Evangelischen Jugend

Die Ordnung der Evangelischen Jugend formuliert dies in ihrer Präambel so:

„Evangelische Jugendarbeit will allen jungen Menschen

  • das Evangelium von Jesus Christus in ihnen gemäßer Weise bezeugen,
  • sie mit der biblischen Botschaft in ihrer Lebenswirklichkeit begleiten
  • und sie ermutigen, in der Nachfolge Jesu Christi als mündige Christinnen und Christen kirchliches Leben mitzugestalten und Verantwortung in der Welt wahrzunehmen.“ (Präambel der Evangelischen Jugend)

Jugendliche wollen sich engagieren

Die Shell Jugendstudie und andere soziologische Untersuchungen belegen, dass junge Menschen auch heute bereit sind, sich einzusetzen und zu engagieren. Die Kirchengemeinde ist hierfür ein attraktiver Ort.

Dabei geht es einerseits um einen Freiraum, in dem Kinder und Jugendliche Selbstbestimmung und Teilhabe erleben und andererseits um die Erfahrung, Teil eines großen Ganzen zu sein. Kindern und Jugendlichen dabei hauptberufliche Kräfte an die Seite zu stellen, ist ein lohnender Beitrag zur Gestaltung der Kirche von morgen.

Qualitätsstandards für Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

In der Verantwortung von Kirchenvorständen liegt es, dass Kinder- und Jugendarbeit verantwortungsbewusst durchgeführt wird. Die Einhaltung der Regelungen zur Aufsichts- und Sorgepflicht sowie zum Schutz des Kindeswohls bzw. der Verhinderung von Kindeswohlgefährdung bedarf einer guten Kommunikation mit allen in der Kinder- und Jugendarbeit Aktiven. Hilfreich sind hierbei die Qualitätsstandards für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Jugendliche im Kirchenvorstand

Ab 18 Jahren können Jugendliche im Kirchenvorstand mitarbeiten – am besten als Berufene. Auf diese Weise können junge Menschen, die sich auf Grund ihrer Lebenssituation nicht für sechs Jahre binden wollen, die Anliegen der jungen Gemeindeglieder im Kirchenvorstand vertreten.

Jugendbeauftragte

Der Kirchenvorstand kann für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auch Jugendbeauftragte benennen, die für die Gemeindeleitung und für die Jugendlichen als Ansprechperson fungieren.

Jugendausschüsse

Eine weitere Möglichkeit, die Kinder- und Jugendarbeit zu stärken, ist die Bildung von Jugendausschüssen auf der Ebene der Kirchengemeinde, der Region und des Kirchenkreises. Solche Ausschüsse helfen, die Kinder- und Jugendarbeit zu vernetzen.

Zusammenarbeit in der Jugendarbeit auf regionaler Ebene

Regionale Kooperation ist für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein zukunftsweisendes Stichwort und ein Ansatzpunkt für neue Konzepte. Hier ist die Mithilfe des Kirchenkreisjugenddienstes unerlässlich.

Vernetzung nutzen

Die Handelnden der Kinder- und Jugendarbeit, seien es Ehrenamtliche, kirchliche Mitarbeiter oder Honorarkräfte, müssen sich verständigen und in den Netzwerken für eine entsprechende Fachlichkeit sorgen. So sind die Kirchenvorstände davon entlastet, für alles sorgen zu müssen.

Vernetzung gewährleistet Information und schafft die Grundlage für eine Zusammenarbeit mit hohem Gewinn für die Kinder und Jugendlichen.

Text: Cornelia Dassler, Landesjugendpastorin im Landesjugendpfarramt im Haus kirchlicher Dienste

Evangelische Jugend in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Die Evangelische Jugend ist in Niedersachsen nach dem Sport der größte Jugendverband. Ihr gehören alle Gruppen der Jugendarbeit in den Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und Sprengeln sowie in Verbänden eigener Prägung (z.B. Verband Christlicher Pfadfinder) an, sofern sie auf der Grundlage  der Ordnung für die Evangelische Jugend arbeiten.

  • Auf Ebene der Landeskirche vertritt die Landesjugendkammer die Kinder und Jugendarbeit.
  • Das Landesjugendpfarramt bietet fachliche und geschäftsführende Unterstützung sowie Beratung und Fortbildung.
  • Im Kirchenkreis ist bei Fragen und Problemen der Kreisjugenddienst Ansprechpartner.
www.ejh.de – Die Webseite der Evangelischen Jugend

Landesjugendcamp

Alle zwei Jahre findet auf dem Gelände des Evangelischen Jugendhofes Sachsenhain/Verden ein Landesjugendcamp statt. Es wird von Jugendlichen für Jugendliche vorbereitet. Berichte und Informationen finden Sie auf den Seiten der Evangelischen Jugend.

Landesjugendcamp