Offene Kirche

Grafik: Gerke/Ruge/HkD

Predigt in Stein

Kirchen prägen die Bilder von Städten und Dörfern. Sie zeigen, wie in unterschiedlichen Epochen Menschen christlichen Glauben ausgedrückt und uns als „Predigt in Stein“ hinterlassen haben.

Wie schon viele Generationen in Kirchen ihre Freude und ihre Trauer im Gebet vor Gott gebracht haben, so können auch heute hier Menschen zu sich selbst finden und die Kommunikation mit Gott suchen.

Menschen besuchen Kirchen auch unter der Woche

Auch in der Woche möchten Menschen die Möglichkeit haben, eine Kirche aufzusuchen. Zunächst in den großen Urlaubsgebieten, jedoch mittlerweile fast überall finden Urlauber, Gäste und Gemeindeglieder gern den Weg in alte Dorfkirchen, gotische Stadtkirchen und auch Kirchen jüngeren Datums.

Sie kommen, um eine Kerze anzuzünden oder ein Gebet zu sprechen, einen Segen für den Alltag zu erhalten und oft einfach nur, um die Stille zu genießen.

Verlässlich geöffnete Kirche

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Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Seit dem Jahr 2000 verleiht die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Kirchengemeinden das Signet „verlässlich geöffnete Kirche“, wenn ihre Kirche von Ostern bis Erntedank an mindestens fünf Tagen in der Woche jeweils vier Stunden oder länger verlässlich geöffnet ist. Über 300 Gemeinden sind mittlerweile beteiligt.

Wenn die Kirche an einem größeren Radweg oder an einem Pilgerweg liegt, kann bei etwas erweiterten Bedingungen auch das „Radwegekirchensignet“ bzw. das Signet „Pilgerkirche“ verliehen werden.

Den Verkündigungsauftrag in anderer Form wahrnehmen

Offene Kirchen und Angebote im Kirchraum sind ein lohnenswertes Arbeitsfeld. Die Kirchengemeinde kann auf diese Weise Schätze heben und den Verkündigungsauftrag in ganz anderer Form aufnehmen.

Neues Feld für ehrenamtliche Arbeit

Viele Gemeindeglieder haben in den vergangenen Jahren die Offene Kirche als neues Feld ehrenamtlicherTätigkeit entdeckt und weiterentwickelt (siehe Ehrenamtliche). Sie halten die Kirche offen, gestalten sie gastfreundlich und geben gern Auskunft über die Kirche und die Gemeinde.

Der kleine Gottesdienst im Alltag

Der Kirchraum ist damit nicht mehr „nur“ den sonntäglichen Gottesdiensten und Amtshandlungen vorbehalten, sondern ermöglicht auch den „kleinen Gottesdienst im Alltag“. So wird die geöffnete Kirche zum sichtbaren Zeichen und zur Visitenkarte der Gemeinde. Gebete werden geschrieben und gesprochen, Kerzen angezündet, Freiraum entdeckt – Menschen kommen ihrer Sehnsucht auf die Spur.

Text: Pastorin Marion Römer, Referentin für Offene Kirchen und Kirche im Tourismus im Haus kirchlicher Dienste

"Kirchen lebendig werden lassen"

...so lautet der Titel der Ausbildung zu ehrenamtlichen Kirchenführern und Kirchenführerinnen. Sie erzählen Gästen von der Kirche und der Gemeinde, geben Informationen und regen durch kirchenpädagogische Impulse Begegnungen im Raum an. Besondere Angebote helfen Schulklassen, Kindergärten und Erwachsenengruppen sich den kirchlichen Raum zu erschließen.

Mehr zur Ausbildung für Kirchenführer/innen

Was der Kirchenvorstand tun kann

Einige Klöster und Kirchen haben die alte Regel der Benediktiner wieder entdeckt: „Porta patet cor magis – die Tür ist offen, das Herz noch mehr“. An der Klosterpforte werden Menschen auf diese Weise begrüßt.

Kirchenvorstände sind eingeladen, auch für ihre Kirche diese Regel aufzunehmen und diese neue Form der Gemeindearbeit anzuregen und zu fördern.