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Bild: Ulrich Ahrensmeier

Worum geht es im Abendmahl?

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Bild: Karrenbrock.de / pixelio.de

Im Abendmahl lädt uns Jesus Christus ein an seinen Tisch und schenkt uns Gemeinschaft mit Gott und untereinander. Er selbst ist in der Mahlfeier gegenwärtig.

Das Abendmahl ist ein Versöhnungsmahl, bei dem Menschen mit Gott, mit sich selbst und mit anderen „ins Reine“ kommen können. Zugleich ist es (vgl. Jes 25,6-9 und Mk 14,25) ein festlicher Vorgeschmack des Himmels.

Die Feier des Abendmahls stellt zusammen mit der Verkündigung, dem Gebet und dem Gesang der Gemeinde eine zentrale Säule des christlichen Gottesdienstes (vgl. Apg 2,42 und Kol 3,16) dar. Sie folgt als zweiter Höhepunkt auf den Verkündigungsteil des Gottesdienstes.

Einsetzungsworte - Kern der Abendmahlsfeier

Der innere Kern der Mahlfeier (Evangelisches Gottesdienstbuch, Teil C), die in der Regel im sonntäglichen Gottesdienst stattfindet und

  • entweder in Form der Messe (Grundform I),
  • einem erweiterten Predigtgottesdienst (Grundform II) oder
  • einer freieren Form (z. B. Feierabendmahl) gefeiert wird,

sind die Einsetzungsworte mit der Zusage Jesu: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird“ bzw. „Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird“.

Festliche Gebete und biblische Gesänge

Um diesen Kern haben sich in der Geschichte zahlreiche festliche Gebete gruppiert, die ihren Ursprung darin haben, dass Jesus selbst Gott gedankt hat (vgl. 1. Korinteher 11,23 par, Markus 14,22).

  • In ihnen wird der Schöpfer für die Gaben der Natur gepriesen,
  • das Erlösungswerk Jesu Christi dankbar vergegenwärtigt und
  • der Heilige Geist um seine Gegenwart unter Brot und Wein angerufen.

Zentrale Elemente der feiernden Gemeinde sind das Vaterunser sowie (nach Grundform I) die biblischen Gesänge des „Heilig, heilig“ und des „Christe, du Lamm Gottes“, die uns mit vielen Christen in der weltweiten Ökumene verbinden.

Austeilung des Abendmahls

Die Mahlfeier, zu der mit den Worten „Schmecket und sehet, wie freundlich Gott ist“ (Ps 34,9) eingeladen wird,

  • kann in Halbkreisen am Altar,
  • als so genannte Wandelkommunion mit Stationen vor dem Altar
  • oder auch in einem großen Kreis gefeiert werden.

Dabei sollen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher zusammen mit dem Liturgen bzw. der Liturgin die Gaben an die Gemeinde austeilen oder die Teilnehmenden dazu ermutigen, sich die Gaben untereinander weiterzugeben.

Eine Spendeformel („Christi Leib, für dich gegeben“ etc. oder: „Nimm und iss vom Brot des Lebens“ etc.) kann entweder von den Austeilenden oder auch von den Teilnehmenden untereinander gesprochen werden.

Dankgebet

Ein Dankgebet („Danket dem Herren“ oder „Lobet den Herrn, meine Seele“) schließt die Mahlfeier ab. Abendmahl ist nach evangelischem Verständnis daher immer auch Eucharistie (Danksagung).

Abendmahl als Teil des Gottesdienstes und Kinderabendmahl

Das Abendmahl hat in den letzten Jahren wieder einen größeren Stellenwert in unserer evangelischen Spiritualität gewonnen. Die Gemeinden tun gut daran, das Abendmahl mindestens einmal im Monat oder noch öfter zu feiern, damit es als Mitte unserer Gottesdienste und unserer Frömmigkeit erlebbar wird.

Getaufte Kinder sind in unserer Landeskirche zum Abendmahl grundsätzlich eingeladen. Ihre Teilnahme macht deutlich, dass der „würdige Empfang“ nicht an unserem Verstehen oder Glauben hängt, sondern an Gottes voraussetzungsloser Gabe.

Text: Dr. Jochen M. Arnold, Direktor des Michaeliskloster, Arbeitsbereich Gottesdienst und Kirchenmusik

Vasa Sacra

Vasa Sacra (lateinisch für Heilige Kelche) nennt man die Kelche und die Teller, die für das Abendmahl verwendet werden. Viele Gemeinden haben sehr alte und kostbare Abendmahlsgeräte.

Vasa sacra