Gemeinwesendiakonie

Im Stadtteil oder Dorf die Lebenssituation verbessern

Grafik: Gerke/Ruge/HkD

Gemeinwesendiakonie ist eine strukturierte und gemeinsame Handlungsstrategie von Kirchengemeinde, im Verbund mit Diakonie und Diakonischen Einrichtungen bezogen auf einen Stadtteil oder ein Dorf.

Sie hat hierbei die Einbeziehung der Menschen vor Ort und die Bedürfnisse der Menschen im Blick - mit dem Ziel, deren Lebenssituation zu verbessern. Die Orientierung geschieht an den Lebenslagen und Themen der Menschen.

Menschen vor Ort aktiv mit einbeziehen

In der Kooperation von Kirchengemeinden, diakonischen Einrichtungen, Kommunen und anderen Akteuren sowie den Menschen vor Ort wird die gemeinsame Verantwortung für den Stadtteil oder das Dorf betont und ins Blickfeld kirchlichen Handelns gestellt.

Zudem ist es eine Arbeit an der Haltung, die die Mitwirkenden dazu anregt und befähigt, die Menschen nach ihren Bedürfnissen zu befragen und aktiv mit einzubeziehen. Hierbei wird erlernt, nicht für, sondern mit den Menschen vor Ort gemeinsame Vorhaben umzusetzen.

Die Haltung des Lernenden

Kirchengemeinden erleben durch die Partizipation und Öffnung in das Wohnquartier, dass sie viel mehr über die Bedürfnislagen der Menschen erfahren. Dies geschieht in der bewussten Haltung, mit den Menschen ins Gespräch kommen zu wollen.

Hier liegt die Chance der Begegnung. Wenn ich Menschen einlade, um mehr von ihnen zu erfahren, ist es wichtig, die Haltung des Lernenden einzunehmen. Diese offene Haltung verhindert, dass primär eigene Ideen und Vorstellungen der Kirchengemeinde im Mittelpunkt stehen. Sie ermöglicht es, Vorstellungen zu korrigieren bzw. um neue und wesentliche Anliegen und Aspekte der beteiligten Menschen und Zielgruppen zu ergänzen.

Diese Vorgehensweise kann aber auch bewirken, dass ein Angebot, welches über viele Jahre richtig und zielführend erschien, durch den Dialog mit den Menschen als nicht mehr sinnvoll und notwendig erkannt wird. In diesem Fall bewirkt der offene Dialog Veränderungen, bietet aber auch die Chance, Strukturen und Angebote zu hinterfragen.

"Initiative Gemeinwesendiakonie"

In der Initiative Gemeinwesendiakonie, einem landeskirchlichen Projekt, haben sich Kirchengemeinden auf den Weg gemacht und erste Erfahrungen gesammelt.

Wenn auch Sie sich mit Ihrer Gemeinde auf den Weg machen wollen, so nehmen Sie Kontakt auf.

Text: Peter Meißner, Projektleitung Gemeinwesendiakonie im Haus kirchlicher Dienste in Hannover