Kirchliche Bildungsangebote

Grafik: Gerke/Ruge/HkD

Der Kirchenvorstand nimmt gemeinsam mit dem Pfarramt die geistliche
Leitung der Kirchengemeinde wahr (Siehe Geistliche Leitung). Deshalb nimmt er auch für das Bildungsangebot der Gemeinde Verantwortung wahr und gibt Anregungen und Impulse.

Dabei geht es zum einen um Angebote, die zur Frage nach dem eigenen Glauben einladen. Die Stärke der evangelischen Kirchen liegt darin, Glauben und Wissen nicht als Gegensatz, sondern als gegenseitige Ergänzung aufzufassen. Eine evangelische Spiritualität ist ohne Bildung nicht denkbar (Siehe Bildung).

In die Bildungsarbeit der Gemeinden gehören aber zum anderen auch Themen von gesellschaftlicher Bedeutung, wie zum Beispiel der interreligiöse Dialog, die Friedenspolitik oder die Frage nach den Bedingungen einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft.

Christliche und gesellschaftliche Bildungsarbeit der Kirche

Die Kirchengemeinden haben für die christliche und gesellschaftliche Bildungsarbeit der Kirche eine zentrale Bedeutung.

Einige Beispiele:

Kindertagesstätten

Kirchenvorstände nehmen Verantwortung für den christlichen Bildungsauftrag in Kindertagesstätten wahr. Da die Trägerschaft mittlerweile überwiegend durch übergemeindliche Verbände geführt wird, können Kirchenvorstände ihre Verantwortung auch auf Verbandsebene wahrnehmen.

Die Kindertagesstätten bleiben bei der christlichen Begleitung und religionspädagogischen Bildung der Akteure auf die Mitwirkung der Kirchenvorstände angewiesen.

Diese regen an, dass die Kinder die biblischen Geschichten kennen lernen und der Besuch ihrer Kirche zur Selbstverständlichkeit wird.

An Veranstaltungen der Kindertagesstätte wirken umgekehrt auch kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Diakone bzw. Diakoninnen, Pastoren bzw. Pastorinnen) mit und die  Erzieherinnen und Erzieher werden ermutigt, sich pädagogisch und in Glaubensfragen fortzubilden.

Deutschunterricht für Geflüchtete

Viele Kirchengemeinden haben sich in den letzten Jahren intensiv darum gekümmert, Geflüchteten Deutschunterricht zu geben und sie bei der Verständigung in gesellschaftlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern zu unterstützen. Daraus erwächst auch ein interreligiöser und interkultureller Dialog.

Gruppen und Vorträge zu altuellen Themen

In vielen Gemeinden laden Gruppen und Kreise zu Vorträgen und Workshops ein, bei denen Referent*innen zu religiösen oder aktuellen politischen Themen sprechen und mit der Gemeinde ins Gespräch kommen.

Die kirchliche Bildungsarbeit der Gemeinden besteht als ein fast flächendeckendes Angebot. Hier wird die Bedeutung des Evangeliums in die Perspektive aktueller Lebenserfahrungen und Herausforderungen gestellt.

Die Entwicklung des Einzelnen und der sozialen Gemeinschaft im Sinne des christlichen Bildungsgedankens wird auf diese Weise konkret umgesetzt.

Text: Pastorin Dr. Melanie Beiner, ehemalige Leiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsen (EEB)