Internationaler Tag des Ehrenamts 2023

6 Fragen - 6 Antworten zum ehrenamtlichen Engagement

Foto Austin Lehmeier/unsplash "Tag des Ehrenamts 2023"
Grafik: A. Kehmeier/Unsplash - G. Holfert/HkD

Am 5. Dezember 2023 wurde der Internationale Tag des Ehrenamts begangen. Ziel dieses weltweiten, von den Vereinten Nationen initiierten Gedenk- und Aktionstages ist die Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements. 

Etwa 29 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich Tag für Tag freiwillig für das Gemeinwohl. Nicht wenige tun dies in ihrer Kirchengemeinde. Wie kaum eine andere Institution ist unsere Kirche vom Miteinander von haupt- und ehrenamtlich Tätigen geprägt. Ohne diese "helfenden Hände" sähe es vielerorts düster aus.

Anlässlich des Ehrenamtstages haben wir ehrenamtlich engagierte Menschen nach den Gründen und Motiven für ihr Engagement gefragt. Die Antworten werden nach und nach auf dieser Seite veröffentlicht.

Der nächste Beitrag kommt von Sonja Illemann-Bergen, Kirchengemeinde Ahlden, Ahlden-Hodenhagen-Bierde.

6 Fragen – 6 Antworten: Sylke Müller zu ihrem ehrenamtlichen Engagement

Porträt Sylke Müller
Sylke Müller, 55 Jahre, gehört der Kirchengemeinde St. Jakobi in Hanstedt (Lüneburger Heide) an. Sie ist seit 6 Jahren Mitglied des Kirchenvorstandes und dort vor allem für die Bereiche Personal, Bauwesen und Musik zuständig. Seit kurzem ist sie Vorsitzende des Kirchenvorstandes und engagiert sich zusätzlich in der Flüchtlingsarbeit.

Es gibt jede Menge schöne Hobbies – warum engagieren Sie sich
freiwillig, unentgeltlich, zeitintensiv in einem Ehrenamt?

Im Ehrenamt habe ich das Gefühl wirklich gebraucht zu
werden und kann meine Talente für die Aufgaben einsetzen,
an denen auch ICH echte Freude habe.

Wir leben überwiegend in einer durchstrukturierten und sozial
abgefederten Gesellschaft – wozu braucht es da noch ehrenamtliches
Engagement?

Ohne Ehrenamt würden viele Bereiche der Gesellschaft nicht
mehr oder nur noch sehr eingeschränkt existieren. Gerade
im Sozialbereich läuft es in meinen Augen nur weiter, weil es
Ehrenämter und Menschen, die diese besetzen, gibt.

Was war der Auslöser für Ihr Engagement? Gab es für Sie ein
Schlüsselerlebnis?

Vor sieben Jahren wurde ich direkt von einem Hauptverantwortlichen
angesprochen, ob ich mich ehrenamtlich engagieren
möchte. Ich war gerade in einer nicht einfachen Lebenssituation
und sehr am Zweifeln, ob der Zeitpunkt wirklich
richtig dafür ist. Doch dann hatte ich das Gefühl, mit dieser
Aufgabe etwas von dem zurückgeben zu können, was bisher
für mich getan wurde. Und so habe ich „ja“ gesagt.

Wo engagieren Sie sich und seit wann?
Ich bin seit 40 Jahren im kirchengemeindlichen Posaunenchor
aktiv. Das ist für mich allerdings mehr Hobby und pure Freude
an der Musik als ein Ehrenamt. Seit sechs Jahren bin ich im
Kirchenvorstand unserer Gemeinde tätig. Früher habe ich mich
viel in Vereinen oder im Schulelternrat der Schulen unserer
Kinder engagiert.

Was müsste sich ändern, damit ehrenamtliches Engagement
noch besser funktioniert?

Ehrenämter sollten in der „offiziellen“ Arbeitswelt mehr
Berücksichtigung und Anerkennung finden. Wenn ich abends
eine lange Sitzung habe, in der wir klären, ob die Kita weiterhin
finanziert oder der Besuchsdienst für alleinstehende Senioren
aufrechterhalten werden kann, haben Chefs und Kollegen oft
kein Verständnis z.B. für Müdigkeit. Eine Fort- oder Ausbildung
im Rahmen des Ehrenamtes findet leider immer noch zu wenig
Unterstützung beim Arbeitgeber.

Und ganz persönlich gefragt: Was haben Sie selbst davon?
Ich habe das befriedigende Gefühl, etwas Gutes zu tun und
anderen Menschen mit dieser Arbeit Freude zu bereiten. Auch
kann ich meine Talente und mein Potential viel besser einbringen
als in meinem Job.

Bundesverdienstkreuz für Gisela Löhberg

Ob auf Gemeinde-, Kirchenkreis- und Synodenebene und nicht zuletzt im Einsatz für pflegende Angehörige - Dr. Gisela Löhberg ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich engagiert. Jetzt ist sie dafür mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Wir gratulieren sehr herzlich!

Mehr darüber im Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung